Botswana Reise & Safari Reportagen

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AFRIKA aktuell - Das Reisen und Tourismus Magazin für Botswana und Süd-Ost-Afrika
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Botswana Reisen zu Felszeichnungen (Rock Paintings)
Tsodilo Hills: Geheimnisvolles Heiligtum der San (Buschmänner)
von Ludwig Schadhauser, Publisher Afrika aktuell
"YOU are never going to make it!" grinst Steve.
Steve Considine ist US-Amerikaner, eigentlich Pilot, aber solange seine Arbeitserlaubnis für Botswana nicht vorliegt, kümmert er sich im Sedia Hotel in Maun um Reisende. "Ihr schafft DAS niemals!"
Gemeint bin übrigens ich, da ich beim Frühstück noch in meinen bequemen Slippers herumschlurfe. Logo - Steves morgendliche Sorge ist begründet, denn heute ist Bergwandern angesagt, und dazu benötigt man festes Schuhwerk, spezielle Trekking- oder gute Schnürschuhe.
Wir wollen nach Tsodlio Hills, einer sagenumwobenen Felsformation, die über 300 Meter hoch aus der Kalahari ragt - wobei die nächste nennenswerte andere Erhebung ganze 150 Kilometer entfernt ist. Tsodilo Hills selbst besteht aus vier Erhebungen: Dem mächtigen und hochaufragenden "Male Hill", dem langgestreckten "Female Hill" und den kleineren "Child's Hill" sowie dem "Foetus".
Steve sorgt noch für ausreichend Flüssigkeit, denn die Tagestemperaturen sollen auf etwa 38 Grad Celsius im Schatten ansteigen. Drei Liter Wasser bekommt jeder von uns in den Rucksack, dazu noch ein Lunch-Paket mit reichlich Obst, Sandwiches und kaltem Huhn.
Steve bringt uns zum Maun Airport. Dort treffen wir Hans, unseren Piloten. Hans ist Südafrikaner, Anfang 20, und wie so viele der 30 bis 40 Buschpiloten hier, um erste und ausgiebige Flugerfahrungen auf den Cessnas zu sammeln.
Der Flug von Maun nach Tsodilo Hills ist relativ lang. Es dauert etwa eine Flugstunde, das Okavango Delta zu kreuzen und sicher vom Sateliten-Navigationssystem geleitet, die Landepiste nahe der Hills zu erreichen.
Dies ist mit ein Grund, warum Tsodilo Hills touristisch nicht erschlossen ist. Noch nicht...
Auch für unseren einheimischen Guide, Shylock Raborokgwe, ist dies die erste Exkursion zum Heiligtum der San. Shylock ist extra aus dem Nordosten Botswanas, aus Kasane angereist, um uns zu begleiten. Klar, Tsodilo Hills hat ein eine magische Anziehungskraft. Dies wird mir sofort klar, als sich bereits 30 Kilometer vor unserer Landung der "Male Hill" aus dem leicht diesigen Morgen abzeichnet. Für "Fussvolk" muss dieser Eindruck noch ungleich stärker sein, der Status der Tsodilo Hills als mythischer Ort ist also leicht nachvollziehbar. Ein Mythos, der auf festen Beinen steht: Hier gibt es auch in Phasen schlimmster Trockenheit Wasserreserven, und die Felsen beherbergen eine Reihe guter Futterpflanzen, auf die in früherer Zeit zahlreiche Tiere zurückgegriffen haben. Ausserdem finden sich in den Hills Mineralien, die von den Menschen genutzt werden konnten. Und das Labyrinth aus Höhlen, Kaminen und Spalten verbarg seit jeher den Ortskundigen vor dem Zugriff von Feinden.
Verschiedene Trails führen in, durch, und auf die einzelnen Hills. Schweisstreibend sind sie allemal, von Sagen umwoben, wie etwa der Male Hill: Will man ihn wieder heil verlassen, muss man ihn von seiner linken, flacheren Seite her erklimmen. Probiert man es von rechts, ist es - den San-Legenden zufolge - ein Weg ohne Rückkehr. Verschwunden sind auch die unbekannten Künstler, die in den gesamten Tsodilo Hills ihre Felszeichnungen hinterlassen haben. Experten datieren die Malereien auf etwa 800 bis 1300 nach Chr. zurückdatieren. Die genaue Zahl der Kunstwerke, die zumeist Wildtiere zeigen, also Nashörner, Giraffen, verschiedene Antilopenarten, aber auch Gegenstände des täglichen Lebens oder Symbole, ist nach wie vor unbekannt. Über 3.500 von ihnen wurden bislang wissenschaftlich erfasst.
Tsodilo Hills, dies ist leider auch ein Paradoxon. Für Bostwana ist es bereits ein Natinal Monument. Verständlich. Ein San-Museum befindet sich momentan im Aufbau, auch als World Heritage Site sind die Hills vorgeschlagen. Trotzdem mutet es für mein Empfinden eigenartig an, dass es Bestrebungen gab und gibt, die Hills zu umzäunen und die eigentlichen Hausherren, die San, auszusperren. Ein kleines Dorf wurde einige Kilometer weit in den Busch verlegt. Doch dies soll in der Zukunft wieder anders werden, zumindest, wenn man den Auskünften des Botswana Department of Tourism vertraut.

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