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AFRIKA aktuell - Das Online Tourismus Magazin für Süd-Ost-Afrika
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Kenia
Der Lake Nakuru Nationalpark: Tierparadies in Rosa und Grau
von Ludwig Schadhauser, Publisher AFRIKA aktuell
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Rhino Crossing: Nashörner haben Vorfahrt, auch wenn sie von links kommen
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Ein paar verdutzte Büffel sehen zu uns auf, als unsere 2-motorige Propellormaschine zur Landung auf dem Airstrip im Lake Nakuru Nationalpark ansetzt.
Eine grosse Herde grast friedlich, ohne Zaun oder sonstige Absperrung, neben der Runway aus rotem Sand, zusammen mit Zebras, Impalas und anderen Antilopen.
Ein Natur- und Wildtier-Paradies, und eine Fly-In-Safari des African Safari Clubs, die ihrem Namen schon vor und bei der Landung zu aller Ehre gereicht.
Seid vorsichtig, kommen dann aber auch schon die ersten Warnungen, geht nicht näher auf die Büffel zu. Klar, diese sind gut zu Fuss, also sehr laufstark und haben ihren eigenen, hornbewehrten und harten Kopf, den sie gegenüber uns Zweibeinern mit Gewalt durchsetzen, sollten wir die Spielregeln missachten.
Wir gehen auf Distanz, besteigen die Geländefahrzeuge und fahren los. Der Lake Nakuru und der an ihn angrenzende Nationalpark liegen immerhin 1666 Meter hoch. Und mitten im Ostafrikanischen Grabenbruch, was an den umgrenzenden hohen Bergrücken deutlich wird.
Das Gebiet ist also ideal abgeschottet gegen unbefugte Besucher, die Park-Fläche mit nur 188 Quadratkilometern nicht gross und gut zu überwachen und somit hat sich der KWS, der Kenya Wildlife Service dazu entschlossen, hier seltene bis seltenste Tierarten zu konzentrieren. Hier leben die raren Rothschild-Giraffen, die 1971 hierher gebracht wurden, und hier finden sich um die 30 Spitzmaul- und in etwa 50 Breitmaulnashörner.
50 plus EINS, und was für eines! Denn das erste, was wir nach ein paar Minuten bereits zu sehen bekommen, lässt das herz der Rhino-Fans höher schlagen: Eine Breitmaulnashorn-Mutter mit einem neugeborenen Kalb.
Ein bis zwei Tage sei es erst alt, so unser Guide, und wir wahrscheinlich die ersten Touristen, die es zu Gesicht bekommen. Und dabei nur 10 Meter von ihm entfernt sind. Genüsslich saugend holt es sich die Milch bei der Mama ab, die uns zwar im Visier hat, aber völlig relaxt den Foto-Termin absolviert.
Die Fahrt geht weiter, wir wollen nicht länger stören. Und fast ist man in der Folgezeit bemüssigt, die vielen Zebras, Impalas und Giraffen gar nicht mehr wahrzunehmen, denn es folgt Nashorn-Sichtung auf Nashorn-Sichtung. 15 werden es, in nur 1,5 Stunden. Die Spitzmaul-Nashörner halten dabei gebührend Abstand, lassen sich nur durch Tele und Fernglas gut beobachten.
Eine Gruppe von 10 Breitmaulnashörnern bleibt ebenfalls auf einiger Distanz. Doch ein Männchen, von der Gruppe wohl gerade nicht akzeptiert, kommt direkt auf uns zu. Gemütlich grasend, ohne jegliche erkennbare Aggression zieht es seine Bahn, und überquert vor uns in wenigen Metern Abstand die Piste, sucht seinen Weg hin zum Seeufer.
Wir folgen, und machen erstaunt halt, als wir noch ein Breitmaul in einer Lehmkuhle ausmachen. Ein grauer Berg in ockerfarbenem Ambiente. Der Guide parkt direkt neben ihm, es lässt sich absolut nicht beeindrucken und ignoriert uns. Siesta ist angesagt, es liegt, die Beine unter den massigen Körper gezogen, einfach faul im Schlamm, der bereits auf seinem Rücken antrocknet und eine dicke und schützende Kruste bildet.
Und hinter ihm, der See! Momentan ist er nicht völlig gefüllt, ein langes, braunes Band des Ufers führt sanft hinab zur Wasserlinie.
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Ein Flamingo hat den Anschluss verpasst...
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Die ja eigentlich blau sein sollte. Es aber nicht ist. Sie schimmert breit und rosa, durchsetzt mit einigen weissen Tupfern.
Ein ROSA See? Flamingos, so weit das Auge reicht, mit rosa-rotem gefieder, auf Grund der Carotin-haltigen Nahrung, die sie hier aus dem Wasser filtern, ... kleine Krebse, bevorzugt.
1,2 Millionen Flamingos sind es momentan. Diese brüten hier nicht, sondern kommen nur zum Fressen hierher, und beginnen wohl durchaus auch mit ihrem balzverhalten, bevor sie wieder zu ihren eigentlichen Brutkolonien zu anderen Seen des Grabenbruchs zurückfliegen.
Sie wogen durcheinander, sie schnattern unaufhörlich, sind dauernd in Bewegung, und es ist extrem schwer, sich einen von ihnen für ein vernünftiges Foto herauszupicken.
Nähert man sich, fliegen sie auf oder laufen staksend see-einwärts und aus dem Objektiv. Doch da, ein einzelner steht unbeweglich. Er nimmt nicht mehr am Sozialverhalten der Vögel teil. Seine Zeit ist gekommen, die Uhr abgelaufen. Und überall am Ufer findet man auch Spuren anderer Flamingos, denen es auch so erging. Man hat Zeit zum Nachdenken, bevor das wogende Rosa einen wieder mitten in die Lebenden hineinzieht.
Und auch die imposanten Pelikane, die ihr strahlend weisses Gefieder ins Rosa mischen, sind typisch für den Lake Nakuru. Was dem Nationalpark auch noch sehr gut tut, ist auf Grund seiner kleinen Fläche die Abwesenheit von Elefanten, denn die Vegetation kann sich dadurch üppig entwickeln und ein schützendes Blatt-Dickicht bilden.
In dem sich, so die Parkverwaltung, auch einige wenige Löwen und Leoparden verstecken sollen. Man hat also die Big 4 in Nakuru, um diese alle zu sehen, sollte man sich allerdings viel Zeit mitbringen, denn so einfach wie die Nashörner machen es einem die Katzen nicht...
Die Lake Nakuru Nationalpark-Galerie. Klicken Sie bitte unten auf das Vorschaubild...
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Flamingos...
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Nashorn I+II...
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Nashorn III...
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Kaffernbüffel...
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Impalas...
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