La Reunion Reise Reportagen

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La Reunion

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AFRIKA aktuell - Das Tourismus Magazin für Reisen nach Süd Ost Afrika und La Reunion im Indischen Ozean


Unterwegs auf La Réunion
Überraschung im Cirque de Salazie: Das Städtchen Hell-Bourg
von Ludwig Schadhauser, Publisher AFRIKA aktuell


Hell Bourg auf La Reunion

Die Nacht im Hotel Relais des Cimes war angenehm und erholsam, leichtes Rauschen eines nächtlichen Regengusses mitinbegriffen. Doch jetzt kräht in einiger Entfernung und doch lautstark ein Hahn. Und es ist noch stockdunkel. 5.15 Uhr, genau gesagt.

Also nochmal umdrehen und weiterschlafen, und dem Hahn wünschen, dass er für die nächste Zeit nicht näher kommt, und auch dem kreolischen Nationalgericht von La Réunion, dem Poulet-Carri (Hühchen-Curry) fernbleiben wird und noch ein langes und glückliches Leben führen kann...

Bald darauf wird es dann doch hell und im Reiseführer ist zu lesen, dass die Reunionais, die Insulaner also am liebsten mit den Hühnern aufstehen. Dank dem Hahn erkenne ich aber auch den tieferen Sinn darin, gerade hier oben im Cirque de Salazie. Die Sonne scheint in den Bergkessel und der Himmel ist einfach nur Blau, wer hätte dies nach dem nächtlichen Regen erwartet?

Bereits vom Hotel aus hat man ein fantastisches Bergpanorama rundherum. Auf den Gipfeln wechselt das Licht und auch die Vegetation beginnt mit den Sonnenstrahlen intensiv grün zu leuchten.

Und auch Hell-Bourg erwacht. Der Ort könnte eigentlich in vielen Teilen ein offenes Museum für Kolonialbauten und –architektur sein. Leider fehlt einigen der historischen Holzbauten etwas die Pflege und Farbe, aber die Häuser links und rechts der Hauptstrasse sind doch allesamt recht ansprechend. Davon gehen schachbrettartig die Seitenstrassen ab, auch hier stehen sehr schöne kreolische Villen mit teils sehr schönen Gärten.

Diese sind oft mit einem Sammelsurium von bei uns als Zimmerpflanzen bekannten Gewächsen und Blühpflanzen ausgestattet. Da wachsen und gedeihen Begonien, Fleissige Lieschen, Monstera-Fensterblätter aber auch Dahlien in allen Farben, immer in schöner Abstimmung mit Farnen und vor allem imposanten Baumfarnen, von denen jeder Garten so ein bis zwei Exemplare besitzt.

Hell Bourg auf La Reunion

Durch Hell-Bourg bewegt man sich ohne Furcht, und ohne permanent zu irgendwelchen Käufen ermuntert zu werden, nur auf den Autoverkehr sollte man schon achten.

Auch hier in der Hauptstrasse gibt es normale Geschäfte und Supermärkte, eine Post, ein bis zwei Cafés und Restaurants, kurzum alles was man zum normalen Leben eben benötigt, aber auch ein gutes Teil an Souvenir- und Touristenshops.

Wobei die Qualität der T-Shirts und anderer Mitbringsel dann doch ein gewisses Niveau besitzt und zum Bummeln und Schauen einlädt.

Irgendwie hat man aber doch den Eindruck, dass der Ort seine Blütezeit schon hinter sich gelassen hat und ein bisschen vor sich hin schläft. Und richtig, die Geschichte bestätigt dies. Um die Jahrhundertwende gab es hier einen florierenden Bäder-Tourismus, kamen zahlreiche Besucher zu den Thermal- und Heilquellen am Ortsrand.

Leider aber kam es zur Verquickung gleich zweier Negativ-Faktoren: Auf der anderen Seite des Piton des Neiges entwickelte sich der Ort Cilaos mehr und mehr zur ernsthaften Konkurrenz. Und Erdrutsche verschütteten teilweise die Quellen von Hell-Bourg, was 1920 zur Aufgabe führte, und auch wir müssen wieder weiter, hinab zur Küste und auf die andere Seite der Insel La Reunion...



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