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La Reunion

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AFRIKA aktuell - Das Tourismus Magazin für Reisen nach Süd Ost Afrika und La Reunion im Indischen Ozean


Unterwegs auf La Réunion
400 scharfe Kurven! Auf dem Weg zum Cirque de Cilaos
von Ludwig Schadhauser, Publisher AFRIKA aktuell


Cirque de Cilaos auf La Reunion

Nein, die amtierende Miss La Réunion haben wir nicht angetroffen, wenn es um scharfe Kurven geht. Was vor uns liegt, sind die gut 30 Kilometer Strasse bergauf zum Cirque de Cilaos, ist die N5 von St. Louis an der Westküste hinauf zum Fuss des Piton des Neiges.

400 virages (frz. Für Kurven) sollen es sein, aber die Finger bleiben am Lenkrad, denn dort werden sie nötiger gebraucht als zum Nachzählen.

St. Louis ist eine weitläufige Ansiedlung an der N1. Man muss sie durchfahren, um dann kurz nach Ortsende zum ersten Mal auf das weite, geröllgefüllte und zur Zeit äusserst trocken anmutende Flussbett des Rivière St. Etienne zu treffen.

Ein kurzer Stopp, nochmals die Gelenke ausschütteln und auflockern. Der Aussichtspunkt ist gut gewählt, knapp daneben und nicht zu übersehen steht ein Doppel-Verkehrsschild: Steinschlag und Kurven auf den nächsten 30 Kilometern!

Es übertreibt nicht: Spitzkehren wechseln mit Haarnadelkurven, Serpentinen führen mal auf, mal ab, manchmal verengt sich die Strasse auf Fahrzeugbreite, wer jetzt entgegenkommt, braucht den Rückwärtsgang. Keine Angst, es ist überall geteert, und diese Engstellen sind die Ausnahme.

Und wer es in einer deutschen Gross-Stadt schafft, mit dem Auto durchzukommen, oder im Urlaub schon mal einen Alpenpass fährt, wird auch hier keine unlösbaren Aufgaben vorfinden. Schliesslich sind wir in Frankreich...

Auch dass die Einheimischen ihre Bergstrasse wesentlich schneller bewerkstelligen, ist normal. Wir wollen ja vornehmlich auch die ausgesprochen atemberaubende Landschaft geniessen. Dazu bieten kleine Anhaltebuchten am Strassenrand immer wieder Gelegenheit.

Cirque de Cilaos auf La Reunion

Spitze Bergnadeln tauchen auf, steile bis senkrechte und trotzdem mit Agaven bewachsene Felswände begleiten die Strasse, und gegen Ende der 30 Kilometer zwängt man sich noch durch zwei kleine Tunnels, wobei es sich empfiehlt, vorher erst einmal hineinzusehen, ob nicht gerade ein anderes Fahrzeug entgegenkommt, zwei nebeneinander haben nämlich keinen Platz darin.

Der Cirque de Cilaos, was soviel bedeutet wie 'was man nicht mehr verlässt' war früher ein sicherer Fluchtpunkt für Sklaven, die dadurch zu Ex-Sklaven wurden. Wer es erst einmal hier herauf geschafft hatte, war vor Sklavenjägern relativ sicher, vor allem in den Zeiten, in denen es hier weder Wege oder gar eine Strasse gab.

Erst als man oben im Krater Thermal- und Heilquellen entdeckte, begann der Bedarf für einen ausgebauten Zubringer wirksam zu werden. In der guten alten Zeit liess man sich, wenn man denn der feineren Gesellschaft angehörte, per Sänfte herauftragen. Das war so um 1845 herum.

Die erste wirkliche Strasse, die der N5 schon sehr nahe kam, entstand dann bis 1932 in mehrjähriger Bauzeit. Kein leichter Job, mit Sicherheit auch hier eine moderne Form der Sklavenarbeit, und oftmals liess man Bauplan einfach bauplan sein und verlegte die Trasse, wo es besser passte. Ein Job zum Verrücktwerden...

Was einige auch von der Isabella-Traube behaupten, die hier oben im Cirque de Cilaos kultiviert wird. Der Wein, der daraus entsteht, wird auch le vin qui rend fou genannt, der Wein, der verrückt macht. Gemeint ist der süsse und schwere, sehr alkoholreiche vergorene Traubensaft, sei es nun weiss oder rot, der überall am Strassenrand angeboten wird. Jedem das seine, uns war er ZU süss. Und berauschen kann man sich auch an der herrlichen Landschaft und Aussicht, die sich auch nach der Einfahrt in den Talkessel bietet. Die kleine Stadt Cilaos liegt wirklich sehr malerisch...



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