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AFRIKA aktuell - Lesotho-News für Touristen und Touristiker

Ob unter tiefem Schnee oder unter gleissender Sonne – Lesotho ist ein Land, das Besuchern einen direkten persönlichen Kontakt zur Natur erlaubt, weil das Land natürlich geblieben ist und keinerlei Negativeffekte durch den Massentourismus erlitten hat. Wir sprachen dazu mit dem Botschafter des Königreichs Lesotho in Deutschland, Dr. Makase Nyaphisi


Lesotho Fahne

Lesotho
Der Höhe-Punkt im Südlichen Afrika

Interview geführt von Jürgen Sorges, soso@snafu.de

 H.E. Dr. Makase Nyaphisi, Botschafter von Lesotho in Deutschland
Seine Exzellenz, der in Berlin residierende Botschafter des Königreichs Lesotho in Deutschland,
Dr. Makase Nyaphisi



AFRIKA aktuell: Herr Botschafter, das Königreich Lesotho im Herzen des Südlichen Afrika ist bis heute für Afrika-Reisende ziemlich unbekannt. Welche Hauptattraktionen locken zum Besuch von Lesotho?

Dr. Makase Nyaphisi: Aufgrund der physikalischen Beschaffenheit des Landes, dessen Charakter durch hoch aufragendes Gebirge, einem überwältigenden Himmel, Wildwasser und Wasserfällen bestimmt ist, sind die Erfahrungsmöglichkeiten in Lesotho einzigartig. Ob unter tiefem Schnee oder unter gleissender Sonne – Lesothos herausfordernde Umwelt könnte ohne weiteres der Geburtsort für Abenteuergeist Pur sein. Lesotho ist ein Land, das Besuchern einen direkten persönlichen Kontakt zur Natur erlaubt, weil das Land natürlich geblieben ist und in keinerlei Negativeffekte durch den Massentourismus erlitten hat.

Die Attraktionen schliessen 4x4 Off-Road-Fahrten, Mountain Biking, Off -Road-Quad Biking, das jährliche Tour de Lesotho-Rad-Event, Wandern, Pony-Touren, Forellenfischen, Abseiling für Ultra-Enthusiasten und seit kurzem sogar Skifahren im Juli und August mit ein. Lesothos neues Afri-Ski-Resort wurde gerade erst im August 2006 eröffnet.


AFRIKA aktuell: Enthusiastische Stimmen äussern, dass Lesotho geboren wurde, um Körper, Geist und Seele unter dem begeisternden Firmament des Bergkönigreichs zu regenerieren. Welche Besonderheiten werden Besucher in der Natur von Lesotho und in der Kultur des warmherzigen Volkes der Basotho vorfinden?

Dr. Makase Nyaphisi: Zuallererst den Slogan „Peace, Rain and Prosperity“, „Frieden, Regen und Fortschritt“. Nirgends sonst ausser in Lesotho wird sich ein Mensch mehr mit dem Frieden verbunden fühlen. Sobald man den Fuss in dieses Land setzt, befindet man sich gleich auf 1.400 Metern über dem Meeresspiegel. Die Ruhe und frische Luft, sprudelnd klare Bäche, Flüsse und Wasserfälle, das überwältigende Bergpanorama, die unberührte, nur vereinzelt mit Dörfern gepunktete Landschaft, die sich soweit das Auge reicht hinzieht. Diese Atmosphäre und Aura von Tradition sowie die Bodenständigkeit der Basotho überzeugen jedermann sofort davon, warum die Menschen hier so glückliche, friedvolle Gesichter besitzen. Es sind die Menschen, deren tägliches Leben bis heute von jahrhundertealter, bewährter Tradition geschützt wird.

Darüber hinaus befindet sich Lesotho in solchen Höhen von bis zu 3500 Metern über dem Meeresspiegel, dass wir glauben, das die Priester unseres Volkes Gott ohne grosse Mühe erreichen! Daher ist Lesotho auch als „Königreich im Himmel“ bekannt. Die Tradition des Volkes folgt den Lehren des Grossen Königs Moshoeshoe I., der sagte: Frieden sei seine Schwester. Und er gab seinen Feinden lieber Vieh, anstatt sie zu bekämpfen. Lesotho ist wirklich eine friedliebende Nation!


AFRIKA aktuell: Am 4.10.2006 präsentierte Lesotho eine neue Nationalflagge. Die Farben Blau, Weiss und Grün, kombiniert mit der traditionellen Kopfbedeckung des Basotho-Volkes, könnten mehr über Land und Leute erzählen…

Dr. Makase Nyaphisi: Die Präsentation der neuen Flagge ging einher mit der Feier zur vierzigjährigen Unabhängigkeit Lesothos. Die drei Farben Blau, Weiss und Grün stehen für Regen, Frieden und Fortschritt. Die Entfernung der alten „Kriegerwaffen“ und ihr Ersatz durch den berühmten „Basotho-Hut“ auf der Flagge ist ein Symbol dafür, dass das Land nicht länger im Krieg, sondern im Frieden mit sich selbst oder seinen Nachbarn ist. Der Hut steht als nationales Symbol für „Einheit“. Überall auf der Welt denken die Menschen an Lesotho und Basotho, wenn sie auf den Basotho-Hut zu sprechen kommen. Und der erhielt seine charakteristische Form von der konischen Gestalt eines Berges namens Qiloane nahe dem Ort Thaba Bosiu, wo König Moshoeshoe I. lebte.


AFRIKA aktuell: Ist die Flagge auch Symbol für einen neuerlichen Versuch, das Wissen im Ausland über Lesotho zu erhöhen?

Dr. Makase Nyaphisi: Ja, genau! Wie ich bereits ausgeführt habe, ist die neue Flagge eine Botschaft an die gesamte Welt, dass Lesotho mit sich und den Nachbarn in Frieden lebt, ein demokratisches und friedvolles Land ist. Das einzigartige Symbol ermöglicht es, dieses einmalige Land wahrzunehmen, das ja im Herzen eines anderen, ökonomisch weit stärkeren Landes und seines einzigen Nachbarn, der Republik Südafrika liegt.


AFRIKA aktuell: Herr Botschafter, 2007 war Lesotho auch auf der ITB in Berlin stark präsent. Welche Rolle spielen für die Regierung von Lesotho die deutschen Urlauber in den Tourismusplänen der kommenden Jahre?

Dr. Makase Nyaphisi: Das Königreich Lesotho besitzt die Regelung der Visa-freien Einreise mit grossen Ländern wie Frankreich, Österreich, Deutschland und anderen in der Hoffnung, so viele Touristen wie möglich anzuziehen. Ein Resultat dieser Visa-Freiheit ist, dass die Botschaft nicht exakt beziffern kann, wie viele deutsche Besucher nach Lesotho einreisen. Dennoch soll nicht unerwähnt bleiben, dass Deutschland derzeit die Nummer 2 in den Besucherstatistiken belegt - nach Südafrika, unserem einzigen Nachbarn. Dies im Gegensatz zu anderen grossen Ländern, aus denen nur einige hundert Besucher pro Jahr gezählt werden. Aus diesem Grund investieren das Land und die Botschaft von Lesotho in Berlin in Anstrengungen wie z.B. die ITB und viele Road shows durch das Land, um der Welt und den Deutschen die Freizeit- und Geschäftsmöglichkeiten in Lesotho näher zu bringen.



AFRIKA aktuell: Welche Hauptziele sollen im Tourismussektor in den nächsten zwei Jahren erreicht werden?

Dr. Makase Nyaphisi: Der Tourismus hat sich als derjenige Sektor heraus kristallisiert, der gute Wachstumsperspektiven und das höchste Potential besitzt, der grösste nationale Arbeitgeber und Einkommenserzeuger im Jahr 2020 zu sein. Die Intention ist, eine dynamische, wettbewerbsorientierte und von Konsumenteninteresse geleitete Industrie aufzubauen. Gleichzeitig soll sie absichern, dass das reiche kulturelle Erbe und die natürliche Schönheit von Lesotho erhalten bleiben und die örtliche Bevölkerung zuallererst von der Tourismusentwicklung profitiert. Dies, um die Armut zu reduzieren und den Lebensstandard in Lesotho zu heben.


AFRIKA aktuell: Mehr und mehr Investoren enAFRIKA aktuellecken Lesotho als eine neue, unberührte, phantastische Destination. Zuletzt wurde das Winter-Ski-Resort AFRI-SKI im Sommer 2006 eröffnet. Sind Investoren in Lesotho willkommen?

Dr. Makase Nyaphisi: Ausländische Investitionen bilden den Schlüssel für das Wachstum im Tourismussektor und sie können die Entwicklung des lokalen privaten Sektors ergänzen und den Technologie- und Wissenstransfer erleichtern.

Tatsächlich ist die Entwicklung der nun florierenden Phase I. des Mahlasela Afri Ski-Resorts ein klarer Beweis, dass Skifahren eine gute Gelegenheit für Investitionen in Lesotho ist. Das Land realisiert mehr konzertierte Aktionen, um die Aufmerksamkeit der Investoren auf die Entwicklung von Phase II. und Phase III. des Projekts zu lenken. Ein weiterer guter Pistenhang wurde in Koti Sephola enAFRIKA aktuelleckt, der – wie man zugestehen muss – ebenso eine gute Investitions-Gelegenheit darstellt. Er könnte möglicherweise in den Top Zwanzig bis Fünfzig der besten Ski-Hänge weltweit sein.


AFRIKA aktuell: Wird Lesotho eine Ganzjahres-Destination werden? Welches sind die grössten Hindernisse, die es zu überspringen gilt?

Dr. Makase Nyaphisi: Das Königreich Lesotho wird oft als „Afrika für alle Jahreszeiten“ beschrieben. In der Winterzeit frieren die Flüsse und Seen bei minus zehn Grad Celsius zu. Der Herbst ist wie in Europa von wogenden Pappeln und Weiden geprägt. Die Sommersonne beschert Hitze und Trockenheit; das Land ist frei von Malaria und Bilharziose, was Schwimmen im klaren, kühlen Wasser erlaubt. Und im Frühling rahmt die Pfirsichblüte die noch immer schneebedeckten Berggipfel ein. Ein Naturbild, das Lesotho etwa mit Marokko teilt.

Es gilt einige Hürden zu überwinden. Dies ist der Grund, warum Lesotho an den grossen Handels- und Tourismusmessen der Welt teilnimmt, um nach potentiellen Investoren Ausschau zu halten und Besucher anzuziehen. Derzeit besteht grosser Bedarf für die Entwicklung der Infrastruktur wie Hotels, Lodges, Off road 4x4 –Routen, Brücken, genauso wie für geeignete Freizeit-, Gesundheits- und Sporteinrichtungen im Hochgebirge.


AFRIKA aktuell: Wird die nächste Fussballweltmeisterschaft in Südafrika 2010 den Tourismus nach Lesotho beeinflussen?

Dr. Makase Nyaphisi: Die Fussballweltmeisterschaft 2010 ist ein afrikanisches Grossereignis. Es wird definitiv den Tourismus beeinflussen, nicht nur nach Lesotho, nicht nur in Südafrika, sondern im gesamten Afrika. Es existieren bereits Strategien, um die Chancen und Möglichkeiten für den Tourismus auszuloten. Diese Strategien sind eingebunden in die Partnerschaften mit dem lokalen und regionalen privaten Sektor. Es gibt 2010 Task teams, die mit der Regierung und halbstaatlichen Organisationen kooperieren, Partnerschaften mit den diplomatischen Missionen Lesothos, um Information im Bereich ihrer Akkreditierung weitläufig zu verbreiten, es gibt die Entwicklung der regionalen Tourismusstrategie des SADC für 2010 und vieles mehr.



AFRIKA aktuell: Wird Lesotho eine spezielle Kampagne für “Zwanzig-Zehn” starten, um Besucher in das Königreich im Himmel anzuziehen?

Dr. Makase Nyaphisi: Natürlich. Mit all den bereits erwähnten Entwicklungsmassnahmen erwartet das Königreich Lesotho, mindestens ein Viertel jener Besucher anzuziehen, die während der Fussballweltmeisterschaft in diese Region reisen. Dies ist keine kleine Veranstaltung, und sie verlangt eine Menge Anstrengungen. Und beide, die Regierung wie der Privatsektor, haben begonnen, genau dies auszuarbeiten.


AFRIKA aktuell: Welche Events sind 2007 in Lesotho besonders interessant für ausländische Besucher?

Dr. Makase Nyaphisi: Lesotho ist Gastgeber zahlloser Veranstaltungen, aber die wichtigsten sind:

1. Die Tour de Lesotho – Eine Radtour, die hunderte Teilnehmer aus der Region wie aus der ganzen Welt anzieht. Der Tourstart variiert von Jahr zu Jahr.

2. Das Enduro-Rennen für Motorräder (Zweirad), das im März stattfindet.

3. Die Mini Roof-Off road Quads. Auch der Termin dieser Veranstaltung wechselt jährlich.

4. Der so genannte Fun Walk von Menkhoaneng nach Thaba Bosiu. Er findet gewöhnlich zu Ostern statt. Es handelt sich um eine historische Wanderung, auf der die Nation die Spuren des Begründers der Basotho-Nation, König Moshoeshoe I. wiederaufspürt. Die Teilnehmer verbringen die erste Nacht im Freien bei Leribe. Die zweite Nacht verbringen sie in einer Höhle in Malimong, wo der Grossvaters des Königs, Peete, gefangene genommen und von Kannibalen verspeist wurde. Am dritten Tag erreichen sie Thaba Bosiu, wo dann ein grosses Fest stattfindet.

5. Die Afri Ski-Saison startet im Juni und endet im August.

6. Das Off Road-Autorennen „Lesotho Sun 400“ im September.

7. Lesothos wichtigstes Kulturfestival, das Morija Kunst- und Kulturfestival, findet im Oktober statt.

8. Die Roof of Africa-Rallye im November. Dieses Rennen über das Dach von Afrika gilt aufgrund des Terrains weltweit als eine der schwierigsten für Quads und Motorräder überhaupt. Sie dauert gewöhnlich drei Tage.

9. Das Tourismus-Jazz Festival im Dezember.

10. Die Lesotho Tourism Development Cooperation arbeitet derzeit auch an einem Oster-Musikfestival sowie an einem jährlichen Golf-Event.


AFRIKA aktuell: Eine letzte Frage – wie würden Sie die Beziehungen zwischen Lesotho und Deutschland beschreiben?

Dr. Makase Nyaphisi: Die bilateralen Beziehungen zwischen dem Königreich Lesotho und der Bundesrepublik Deutschland sind sehr gut. Es gibt Unterstützung bei der Entwicklung der lokalen Regierungsstrukturen, im Bildungstransfer und bei verschiedensten Projekten, deren Zielrichtung auf die Reduzierung der Armut und den Kampf gegen HIV/AIDS ausgerichtet ist.


Mehr übers Land: www.lesotho-botschaft.de





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