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Den "Madegassischen Bilderbogen" mit Elfi Littmann können Sie für einen Videovortrag buchen - z.B. für Reise- oder Hausmessen.
Das Video gibt es auch auf CD und diese ist randvoll (alle 700 MB voll ausgenutzt) mit insgesamt 30 Minuten Video im mpg-Format, über 30 Seiten Text mit wichtigen Adressen und direkten Links auf informative Webseiten sowie diversen Fotosequenzen und Valiha-Musik der Groupe Ratovo. Preis: 14,80 Euro zzgl. 2,50 Euro Versand.
Bestellung per Mail gegen Vorkasse bei www.elfilitt-video.de unter 'Projekte' und Madagaskar-CD.
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Madagaskar
Im Dschungelexpress von Fianarantsoa nach Manakara
von Elfi Littmann
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Unsere Autorin Elfi Littmann produziert Videos für Firmen und Institutionen sowie fürs Internet
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Zu den schönsten Reiseerlebnissen auf der grossen Insel gehört eine Fahrt mit dem "Dschungelexpress" vom madegassischen Hochland zur Ostküste.
Die alte Eisenbahn - mit einer Diesellok aus dem Jahr 1936 - ist zurzeit (Ende 2002) die einzige noch funktionierende Zugverbindung. Die anderen Strecken wurden entweder während der politischen Unruhen im vergangenen Sommer gesprengt oder sind mangels Instandhaltung nicht mehr befahrbar.
Für 50.000 FMG gönnen wir uns eine Fahrt in der 1. Klasse. Die richtige Einstellung - "Mora Mora" (madegassisch etwa: Immer mit der Ruhe ...) - und ausreichend Zeit bringen wir vorsichtshalber gleich mit, ebenso wie Wasser in Flaschen. Verhungern müssen wir unterwegs nicht, denn an den Haltestellen kommen fliegende Händlerinnen und bieten frisches Obst und andere Leckerbissen der Region an.
Pfeifend und schnaubend verlässt der Zug, dessen arg ramponierte Aussenwände auf ein bewegtes Leben schliessen lassen, nahezu pünktlich gegen 7.00 Uhr morgens den Bahnhof von Fianarantsoa - freundlich beschienen von der Morgensonne am tiefblauen Himmel und verabschiedet von winkenden Kindern.
Im madegassischen Hochland kämpft sich der Dschungelexpress tapfer steile Berghänge hinauf, passiert halsbrecherische Brücken über atemberaubenden Schluchten und fährt durch insgesamt 56 Tunnels, vorbei an kunstvoll angelegten Reisfeldern in allen Grüntönen, dichten Wäldern und den "Bäumen der Reisenden" (typisch madegassische Fächerpalmen).
Kleine oder grössere Unterbrechungen sollten Sie einkalkulieren: Schon zu Beginn unserer Fahrt stoppt der Zug, weil der hinterste Waggon umgekippt ist. Für einen Madegassen kein Problem, denn vorne gibt es ja noch weitere Waggons - also steigen die Fahrgäste einfach mitsamt ihrem Gepäck aus dem umgekippten Wagen aus und vorne wieder ein - und schon geht es weiter.
Auch kann es durchaus vorkommen, dass vorne ein Stück Gleis fehlt, wie mir ein Mitreisender erzählt. Aber - "pas de problème" (kein Problem) - dann wird es eben hinten ausgebaut und vorne wieder eingesetzt.
Etwas länger scheint es dann zu dauern, als der Zug kurz hinter einer Station zurücksetzt und die Hälfte der Waggons zu unserem Erstaunen neben den Gleisen steht ! Wir richten uns auf mehrere Stunden oder gar Tage Wartezeit ein. Zwischen den Marketenderinnen, die mit Tellern voll gegrillter Flussgarnelen, süssen Kokosplätzchen, Körben mit Litschis, Bananen, Mangos und anderen exotischen Früchten wie zum Beispiel dem "Coeur de boeuf" ("Ochsenherz") an die Zugtüren kommen, und den Fahrgästen entwickelt sich ein reger Handel. Bald stehen und liegen überalle grosse Körbe und Tüten mit Früchten und anderen Esswaren, alle kauen, spucken Obstkerne aus dem Fenster und sind in rege Unterhaltungen vertieft.
Diese freundliche Neugier der Madegassen dem Besucher seines Landes gegenüber zählt überhaupt zu meinen schönsten Erfahrungen auf der "roten Insel": Die Madegassen suchen von sich aus den Kontakt zu dem "Vazaha", möchten wissen, wohin er fährt und - vor allem natürlich - wie ihm ihre Insel gefällt.
Plötzlich fährt der Zug einfach weiter - und keiner weiss, wie das möglich war. Waren Zauberkräfte am Werk ? Wurden die Schienen verlegt ? Eine Weiche umgestellt ? Jedenfalls bin ich als problemorientierte Deutsche von der madegassischen Lösung begeistert und beschliesse, etwas von dem "pas-de-problème"-Bewusstsein in den heimischen Alltag hinüberzuretten ...
Mit lautem Tuten fährt die Bahn weiter, um Menschen und Hühner von den Gleisen zu verscheuchen, freundliche Dorfbewohner winken uns hinterher und rufen "Veloma" ("auf Wiedersehen"), im Abteil herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Die Plätze werden gewechselt, damit man auch die anderen Mitreisenden kennen lernt, wer Frischluft braucht, setzt sich in die offene Tür und lässt die Beine baumeln, und einige machen es sich liegend auf den Bänken bequem, um ein Schläfchen zu halten.
Nachdem der Zug die fruchtbare Ebene durchfahren hat, vorbei an grossen Ölpalmenplantagen und hohen, schlanken Kokospalmen, deren Wedel sich im Wind wiegen, erreichen wir schliesslich ohne nennenswerte Verspätung kurz vor Sonnenuntergang Manakara am Indischen Ozean.
Für die Reise mit dem "Dschungelexpress" gilt noch mehr als für jede andere Fahrt über die Insel: Je mehr Sie sich auf die madegassische Lebensweise einlassen, je mehr Zeit Sie mitbringen (vielleicht der exklusivste Luxus eines Abendländers...) und je weniger Sie erwarten, dass alles so funktioniert wie bei uns, desto reicher werden Sie beschenkt und desto mehr werden Sie von einer Reise nach Madagaskar mitnehmen...
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