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Elfi Littmann
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Unterwegs auf der Ile Sainte Marie, der Pirateninsel

von Elfi Littmann


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Unsere Autorin Elfi Littmann produziert Videos für Firmen und Institutionen sowie fürs Internet
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Morgens um halb fünf ist die Welt auf Nosy Boraha, wie die Ile Sainte Marie bei den Madegassen heisst, noch mehr als in Ordnung: Alle Vögel des Tropenparadieses haben sich zum Morgenkonzert eingefunden. Selten bekommt man einen von ihnen zu sehen - zu dicht ist der Dschungel, der den etwa 80 ha grossen Vavate-Hügel im Süden der Insel bewächst.

Den blütenweissen Strand von Nosy Boraha hat der Besucher meist für sich allein, einschliesslich der vielen Fundstücke, die der Ozean täglich am Ufer ablädt. Mit 60 km Länge und 5-6 km Breite ist die Insel so klein, dass Sie in wenigen Tagen nahezu alles zu Fuss oder Fahrrad entdecken können.

Wer die Natur liebt, kommt hier voll auf seine Kosten: Wunderschöne Orchideen, Gewürzgärten, in denen Vanille, Zimt, Pfeffer und Nelken wachsen und einsame, palmenumsäumte Sandstrände mit kristallklarem, türkisgrünem Wasser machen Nosy Boraha zu einem Paradies für "Honeymooner". Aber auch Madagaskarreisende, die ihre Rundfahrten auf der grossen mit einem Badeurlaub auf der kleinen Insel abschliessen möchten, können hier in Ruhe noch einmal all die schönen Eindrücke Revue passieren lassen.

Aus den Kokospalmen zaubern die Inselbewohner einen seligmachenden "Punch au Coco". In Flaschen abgefüllt rettet dieser einen Hauch von Inselglück ins graue Deutschland hinüber.

Der Hügel im Süden der Insel - nicht weit von dem kleinen Flugplatz, gehört der Familie Vavate, die hier seit 40 Jahren eine kleine Bungalowanlage betreibt. Die Bungalows sind einfach ausgestattet, aber sauber und liegen inmitten einer zauberhaften Natur: Orchideen, Hibiskus und Oleander erfreuen Auge und Nase mit intensiven Farben und betörendem Duft.

Ursprünglich bauten die Vavates diese Anlage, um eine Basis für den Lebensunterhalt ihrer inzwischen erwachsenen 10 Kinder (9 eigene und 1 angenommenes aus dem Dorf) zu schaffen. Im Laufe der Jahre wurde daraus ein kleines Paradies für die von weither angereisten Besucher der Insel.

Madagaskar Mahajanga

Die blauen Augen und früher wohl blonden Haare von Mme Vavate erinnern daran, dass die Ile Sainte Marie im 18. Jahrhundert ein wahres Seeräubernest war. Ob ihre Vorfahren wohl auch zu den Piraten aus England, Frankreich oder den Niederlanden gehörten ?

Jedenfalls ist der versteckt gelegene Piratenfriedhof einen kleinen Abstecher Wert. Er liegt im Süden der Stadt auf der kleinen Koralleninsel Ilot Madame, vor dem Zugang zur "Seeräuberbucht", der "Baie des Forbans" (französ.: Freibeuter, Seeräuber).

Hier ruht unter anderem der Robin Hood der lokalen Piratenzunft, ein gewisser Nathaniel North, der seine Beute stets brüderlich mit den Inselbewohnern teilte. Überhaupt waren die Seeräuber hier gern gesehene Gäste, weil sie dem Prinzip des "Leben und Leben lassen" folgten.

Zum Piratenfriedhof gelangt man bei Ebbe über einen kleinen Damm. Durch mannshohes Gras, vorbei an ein paar Hütten, führen uns unsere zwei jugendlichen "Guides" auf den Hügel über der Bucht zu den überwucherten Grabsteinen. Auch eine Dame war dabei - wohl eine frühe Vertreterin der Emanzipation.

Die kleine Kirche am gegenüberliegenden Ufer ist die älteste katholische Kirche Madagaskars und wurde 1857 gebaut. Hier begann einst die Christianisierung Madagaskars.

Ein Traumurlaub auf Sainte Marie wäre nicht komplett ohne eine Pirogenfahrt zur Ile aux Nattes. Der Südosten der Insel ist vollständig von einem Riff umgeben, an dem sich die Wellen des Indischen Ozeans brechen. Innerhalb des Riffs ist das Wasser kaum einen Meter hoch und so klar, dass jeder Seeigel auf dem Grund zu erkennen ist.

Ein Eldorado des Massentourismus wird die Ile Ste. Marie wohl auch in den nächsten Jahren nicht werden - so bleibt uns das kleine Inselparadies im Indischen Ozean hoffentlich auch in Zukunft erhalten.


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