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MALAWI Safaris und Reisen

Safari einmal anders: Auf Pferden über das NYIKA PLATEAU

von Egmont Strigl, Freier Reisejournalist

Malawi Safaris
Hochland in Malawi: Das Nyika Plateau bietet Safaris auf Pferderücken abseits von Sand und Hitze.

I am so sorry, haucht Justin mit rauher Stimme und sinkt völlig erledigt hinter dem Lenkrad zusammen. Obwohl es im tiefsten Schwarzafrika sicherlich nichts außergewöhnliches ist, sich in einem Schlammloch festzufahren, betrachtet er es als nichtwiedergutzumachenden Gesichtsverlust, dass ausgerechnet er, der ansonsten so sichere und souveräne Kapitän der Landstraße, uns in diese missliche Lage brachte.

Wäre seine Hautfarbe nicht schwarz, er wäre wohl kreidebleich ob seines Malheurs, mit dem er unseren Kleinbus mitten hinein in das einzige Schlammloch der 60 km langen Piste bugsiert hatte.

Jetzt sitzt er da wie ein Häuflein Elend, ohne Schuhe, die ihm der zähe Schlamm irgendwo von den Füssen gezogen hatte, barfuss und die Hose bis zum Bund orange gesprenkelt, mit tropfenden Haaren und verkrusteten Armen und stiert vor sich hin, weil er nicht mehr weiter weiß.

Und auch uns geht es ähnlich, weil uns nach dreistündiger Plackerei ebenfalls nichts mehr einfällt. Mit Stöcken und Steinen hatten wir es probiert, mit einigen im Straßengraben gefundenen Brettern und mit einem winzigen Wagenheber. Doch mehr als ein paar Meter waren nicht drin, bei diesem zähen, an Klebstoff erinnernden Schlamm, der unseren Kleinbus bis zur Bodenplatte eingesogen hatte.

Angesichts der über der kaum befahrenen Piste hereinbrechenden Dunkelheit werden die Gesichter nun immer länger und wir machen uns allmählich mit dem Gedanken vertraut, die Nacht wohl oder übel zusammengedrängt im Auto zu verbringen. Schöne Aussichten bei dem strömenden Regen, dem von uns selbst produzierten Mief nach Schlamm und feuchten Klamotten und der Vorfreude, sich zu sechst eine Dose Corned Beef und ein paar Scheiben Brot zu teilen...

Doch wir werden erlöst. Als es draußen mitten im Nirgendwo des riesigen Nyika Nationalparks im Norden Malawis längst stockduster ist, fingern plötzlich zwei Scheinwerferpaare durch die Nacht, die sich als zur Eingreiftruppe der Chelinda Lodge gehörend entpuppen und uns mit Hilfe zweier robuster Landcruiser hinauf auf´s bis zu 2600 m hohe Nyika-Plateau befördern. Schwein gehabt, ist nun doch ein bequemes Bett in der wunderbar gelegenen Blockhaus-Lodge, ein delikates Abendessen und knisterndes Kaminfeuer gegen die in dieser Höhe recht kalte Nacht gesichert.

Aber auch die morgendliche Safari, die uns, wie David Foot, der südafrikanische Manager versichert, in eine der ungewöhnlichsten afrikanischen Landschaft bringen soll. Vergesst eure Vorstellungen von Afrika, meint er, eure klassischen Savannen, Wüsten und Regenwälder, freut euch auf eine Landschaft, die weit mehr an Irland oder Schottland erinnert.

In der Tat: saftiggrüne Wiesen überziehen die sanften Hügel, darin eingebettet kleine Waldinseln und helle Felsgruppen, die aus der Ferne betrachtet genauso gut hingeduckte Cottages sein könnten. Wären da nicht die Hyänen im Fernglas, die sich an ihrem nächtlichen kill, einem alten Elen-Bullen, gütlich tun, man könnte glauben, durch die Weite der grünen Insel zu reiten. Safari einmal anders, lacht David, als uns der baumlange und ebenholzschwarze Mister Elias zu den stämmigen Hochlandpferden führt, mit denen man den hier heimischen Tieren wesentlich näher kommen soll als mit Fahrzeugen.

Und so traben wir hinaus in die herbe Schönheit dieses abgelegenen Parks, hinaus zu Zebras, Pferdeantilopen, Reed- und Bushböcken, vor allem aber zu den großen und mittlerweile sehr seltenen Elen-Antilopen, die in stattlichen Gruppen durch das hügelige Grasland wandern.

Allen anderen großen Afrikanern wie Elefanten, Büffel, Giraffen oder Löwen, so erklärt Elias, sei es hier oben zu kalt, nur den Leoparden, die hier angeblich die höchste Dichte Afrikas haben sollen, gefalle es gut. Nicht minder faszinierend auch der Blick hinab ins Gras, wo sich jetzt nach den ersten ergiebigen Güssen der Regenzeit eine sensationelle Blumenvielfalt präsentiert.

Elias ist auch hierfür Experte, deutet auf wilde Gladiolen in rot, Lilien in weiß und blau, erklärt die über 100 verschiedenen Orchideenarten in allen Formen und Farben die es wert sind, die Tierwelt kurzzeitig einmal außer Acht zu lassen...

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