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AFRIKA aktuell - Das Online Reisen und Tourismus Magazin für Malawi sowie Süd-Ost-Afrika
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MALAWI Reisen
Der wilde Osten: Die einsame Grenzregion zu Sambia
von Egmont Strigl, Freier Reisejournalist
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Markt par Excellence: In Malawis Städten und Städtchen ist ständig etwas geboten...
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In starkem Kontrast zum kühlen Hochland des Nyika Plateaus steht ein paar Tage später das Vwaza Marsh Game Reserve weiter südlich. Allein schon die Fahrt dorthin zeigt den Abwechslungsreichtum Malawis mehr als deutlich.
Von den grasbedeckten Hochländern geht es auf endlos kurvigen Pisten hinunter, durch dichte Bestände blühender Proteen, hinein in uralte, von ziehenden Nebeln mystisch verklärte Bergurwälder und dann hinaus ins Henga-Valley, in dem sich Malawi von seiner malerischsten Seite zeigt. Berge, Wald und Felder, ein munterer Fluss: traditionelles Afrika in Reinform, kaum jemals von Touristen besucht.
Familien vom Stamm der Tumbuka, die ihre Felder bewirtschaften, schilfgedeckte Rundhütten, Ochsenkarren voller winkender Menschen und zufriedene Gesichter. Selbst Chifundo, unser Guide, blickt versonnen übers Tal, murmelt leise Arrangement with Utuka und meint damit die Begegnung mit den einfachen aber herzlichen Menschen des Landes...
Am Abend nach langer Fahrt auf schlammigen Pisten dann wieder Safari-Feeling vom Feinsten, Freiluftdinner bei Kerzenschein, absacken beim Grunzen der Nilpferde. Schön in den Miombo-Wald am Kazuni See eingebettet machen wir Rast in der Kazuni Lodge, nächtigen in komfortablen Bambushütten und genießen vom Bett aus den frühmorgendlichen Blick auf die Tierwelt am See.
Manchmal, so erzählt uns Ross Cumming, ein weißer Malawier, kommen die Elefanten zum Trinken direkt ins Camp, aber mit Einsetzen der Regenzeit verschwinden sie im dichten Busch, wandern zum Teil auch hinüber nach Zambia. Never mind, gehen wir eben mit dem Jeep auf Morgenpirsch, um neben den zahlreichen Antilopenarten noch einer anderen tierischen Attraktion nachzuspüren, den Büffeln. Eine ganze Herde erwartet uns nach einigen Kilometern durch dichten Wald aus Palmen, Kandelaber- und Leberwurstbäumen, kommt neugierig näher, um uns ganz genau in Augenschein zu nehmen.
Bis auf zwanzig Meter kommen sie heran, diese mächtigen und gefährlichen Hornträger, deren Muskelpakete zucken nervös, während zahlreiche Madenhacker um ihre Köpfe schwirren und sie von lästigen Hautparasiten befreien. Und doch wird dieser imposanten Gruppe die Schau durch einen Einzelgänger gestohlen, der sich derart nett mit einem alten Korb spielt, dass wir uns vor Lachen auf den Sitzen biegen. Sogar Samuel, der ansonsten so grimmig dreinblickende Fährtensucher, der uns mit seiner Kalaschnikow auf Schritt und Tritt vor den vermeintlichen Tücken der Natur schützt, lächelt amüsiert...
Er wacht auch über unsere Sicherheit, als wir eine längere Walking-Safari einlegen. Zu Fuß am Seeufer entlang mit Blick auf die Nilpferde, durch den Wald zum Bestimmen von Spuren und Fußabdrücken, und zum Betrachten der vielen Blumen, die jetzt nach den ersten ergiebigen Niederschlägen der Saison aus dem kniehohen Gras leuchten.
Nach diesem kontrastreichen Exkurs in Sachen malawischer Natur, der durch einen kurzen, aber regenreichen Abstecher zur Lifupa Lodge im Kasungu Nationalpark und seinen Elefanten angereichert war, tut es gut, sich mal wieder unter die Einheimischen zu mischen.
Erste Gelegenheit dazu bietet sich im kleinen Ort Rumphi, wo nur die hin und wieder vorbeidröhnenden Lastwagen in ihrem irrwitzigen Slalomkurs um menschliche Hindernis daran erinnern, dass das letzte Jahrhundert eigentlich Vergangenheit ist.
Buntgekleidete Frauen waschen ihre Wäsche im träge dahinströmenden Rukuru River, Hunderte Radfahrer und Fußgänger bevölkern die staubigen Wegen unter Palmen und Baobabs, schwankende Lasten auf den Köpfen. Strohgedeckte, teilweise bemalte Lehmhäuser und windschiefe Maisspeicher säumen die Strassen, Kühe und Ziegen muhen und meckern unter mächtigen Baobabs und unter den schattigen Mangobäumen sitzen und arbeiten schwatzende Großfamilien.
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Die Region bietet reichhaltige Landwirtschaft und allerlei unbekannte Spezialitäten...
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Schönste Afrikaimpressionen, die nur vom quirligen Markt in Mzuzu übertroffen werden, auf dem sich die verschiedenen Volksstämme Nordmalawis ein Stelldichein geben.
Tongas von der Küste des Malawi-Sees, Ngonis aus dem Hochland im Süden oder Tumbukas aus den Gebieten entlang der sambischen Grenze. Ein buntes Völkergemisch aus all den im Laufe der Jahrhunderte eingewanderten Bantugruppen, die alle eine eigene Sprache sprechen und nicht unwesentlich zur inneren wie äußerlichen Vielfalt Malawis beitragen.
Es ist interessant und schön dort durch den von Geräuschen und Gerüchen erfüllten Markt zu wandern, einen Blick in die Töpfe der Garküchen zu riskieren und die eine oder andere Spezialität zu probieren. Nsima z. B. den allerorten erhältlichen Mais- oder Cassavabrei, Masuku, die leckeren, aprikosengroßen Waldfrüchte, Utale, hervorragend schmeckende Pilze oder, wer sich traut, Ngumbi, große frittierte Ameisen. Gleich nebenan zerhackt ein Metzger einen Ziegenleib, stapeln sich getrocknete Fische aus dem See. Hier baut ein Tischler Betten und Stühle, flicken Jugendliche historisch anmutende Reifen, dort wirbt ein traditioneller Buschdoktor mit allerlei Kräutern und magischen Kräften.
Ein starkes Erlebnis für Augen, Nasen und Ohren der Msungus (der Fremden), aber auch für die Einheimischen, die uns offen und interessiert mit Fragen überhäufen, aber auch geduldig all die Dinge erklären, die uns ziemlich malawisch vorkommen.

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