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MALAWI Reisen

Der tiefe Süden: Shire River - Wo Hippo und Krok sich Gute Nacht sagen...
von Egmont Strigl, Freier Reisejournalist

Malawi Shire River

Der Süden Malawis, der wie ein Finger tief ins umgebende Mosambik hinein reicht, präsentiert sich vollkommen anders als der Rest des Landes.

Tiefliegende Flutebenen bestimmen nun das Bild, es wird heißer und feuchter. Auf ausgedehnten Weiden grasen Rinderherden zwischen Termitenhügeln, die Minarette von Moscheen ragen über dichte Bestände mächtiger Baobabs und Feigenbäumen, Palmenhaine rauschen über weitläufigen Dörfern.

Nach den ersten Regenfällen der Saison ist das Land sattgrün. Wir erreichen das Gebiet der Yao, die durch die über den See kommenden Sklavenhändler aus Sansibar den Islam als Religion gewählt haben. Auch David Livingstone, der große Afrikaforscher und 1859 erster Weißer, der den Malawi-See zu sehen bekam, reiste durch das Tiefland des Shire River und berichtete von fruchtbarem Boden und enormem Tierreichtum.

Heute hingegen ist das südliche Ende Malawis dicht besiedelt, sind die meisten Tiere verschwunden. 'Verdrängt und ausgerottet' meinte einer der vielen südafrikanischen Touroperator zur Situation der Tierwelt Malawis, dahingerafft durch Überbevölkerung, Siedlungsdruck und die enorme Wilderei der letzten Jahrzehnte, an der sich zum Teil auch Wildhüter und Armee beteiligten. Verschwunden alle Giraffen, alle Nashörner, kaum noch vorhanden die Löwen, schwer zurückgegangen die Elefanten.

Im Zeichen eines stetig wachsenden Safaritourismus wird heute mit viel Geld wieder versucht die Lücken durch Importe aus Südafrika zu füllen, aber noch ist einiges zu tun, um im großen Geschäft des Safaritourismus wieder mitmischen zu können...


Erst im 540 Quadratkilometer grossen, direkt am Shire River gelegenen Liwonde Nationalpark werden wir wieder fündig, tut sich was in Sachen Wildlife. Riesige Schwärme von Kormoranen sitzen in den Bäumen, als wir mit dem Boot den Shire River hinauffahren und Fischadler gleiten elegant über das dunkle Wasser, in dem sich mächtige Wolkentürme und schlanke Palmen spiegeln.

Auf Gamedrives entdecken wir Paviane, verschiedene Duckerarten, Impalas und zahlreiche Wasserböcke, ein Nashornpärchen, rund um die Uhr streng bewacht, wurde eingeflogen, Hunderte von Ohren und Buckelnasen, allesamt zu Nilpferden gehörend, lugen aus dem schlammigen Wasser des Shire.

Malawi Shire River

Nilkrokodile großen Kalibers dösen mit offenen Mäulern auf den Uferbänken und endlich zeigt sich auch ein weiterer Vetreter jener Big Five, die zum heißersehnten Safarirepertoire gehören.

Gemächlich und ohne uns eines Blickes zu würdigen zieht der Elefantenbulle durchs hohe Gras, gefolgt von einer Großfamilie aus rund 20 Kühen unterschiedlichen Alters.

Ein majestätischer Anblick, untermalt von zahlreichen Vögeln, ungewöhnlichen Kandelaber-, gelben Fieberbäumen und hochaufgeschossenen Palmen, die das Ufer säumen.

Eine aufregende Bootsfahrt hinauf zur Mvuu Lodge, wo wieder einmal jenes 'Out of Afrika' Feeling aufkommt, man von der grasgedeckten Terrasse der Lodge, den Sundowner in der Hand, auf den abendlichen Fluss hinausblickt, begleitet vom Grunzen der Nilpferde in gut bewachten Zelten nächtigt.

Einer jener Plätze, wo sich romantisch verklärte Vorstellungen mit der Wirklichkeit vermischen und jene afrikanische Magie hervorbringen, die noch immer die Menschen in ihren Bann zieht, die zur Sucht werden kann.

Ein anstrengendes, nervenaufreibendes aber auch wunderbares Leben im Einklang mit der Natur, meint auch Ryan, der Manager der Lodge, der den geschäftlichen Aspekt seiner Arbeit als den geringsten erachten, weil er damit beschäftigt ist die unendlichen vielschichtigen Probleme eines Nationalparks zu bewältigen, ihn als ursprünglichen Teil Afrikas zu bewahren.

Aber gerade das ist es, was ihm so vieles zurück gibt, das tägliche Erleben der Landschaft und Tierwelt, die ständigen Überraschungen, die Begegnung mit der so vielfältigen Natur und den liebenswerten Menschen des Landes. Takulandirani ku Malawi, Welcome to Malawi...



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