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Reisen in Mozambique
Pemba: Whale Watching im Hohen Norden des Landes

von Ludwig Schadhauser, Publisher AFRIKA aktuell


Pemba Whale Watching Mozambique

Die weitläufige Ansiedlung von Pemba wird durch alte Baobas geprägt

Ein Buckelwal dümpelt vor unserer

kleinen Motor-Yacht durchs Meer, hier in einer der geschwungenen Buchten vor Pemba, im Norden von Mozambique.

Sehr kooperativ ist er dabei nicht, näher als 30 Meter lässt er (oder ist es eine „sie“?) uns nicht herankommen. Klar, ich denke, er, und lassen wir es bei „der“ Wal und nicht „sie“ Wal, er frisst gerade, geht minutenlang unter Wasser, taucht wieder auf, nur kurz, und ist wieder weit weg.

Und doch ist es schön, dies aus relativer Nähe zu beobachten. „Humpback“, Buckelwal, sagt mein Bootsführer Joao da Silva. Und er ist sich sicher, dass es dann doch ein Weibchen sein muss, trächtig, bereit, ein Junges in die Wasserwelt zu setzen, denn dazu kommen die Wal-Kühe hierher, in den Quirimbas-Archipel, zumeist in den Monaten Juni bis Oktober.

Die Buckelwale gehören zu den Barten- und Furchenwalen. Sie erreichen Längen zwischen 12 und über 15 Metern. Der wissenschaftliche Name Megaptera bedeutet „Großer“ Flügel was sich auf die großen Brustflossen, bezieht, die bis zu 5 Meter lang werden können und damit bereits ein Drittel der Körperlänge erreichen. Die Meeressäuger ernähren sich von Krill und kleineren Fischen und fressen während der „Futtersaison" ein bis zwei Tonnen pro Tag davon.

Buckelwale wandern, ähnlich wie der Grauwal, zwischen ihren sommerlichen Futtergründen im Nordmeer beziehungsweise der Antarktis zu den Geburts- und Paarungsgründen in den wärmeren Gewässern.

Pemba wiederum bedeutet „Moskito“ und man sollte sich hier in dieser Region einem ganzjährigen Malaria-Risiko bewusst sein, auch wenn die Trockenzeit gerade jetzt zwischen Juli und Oktober eine sehr gute Reisezeit ist, die Wale sind häufig, die Mücken eher selten.

Pemba, früher Porto Amélia, ist vor allem auch eine Fischerstadt und ein Hochseehafen am Südrand einer Lagune des Indischen Ozeans im Norden des Landes. Pemba ist Hauptstadt der Cabo Delgado Provinz und wirtschaftliches sowie administratives Zentrum.

Ungefähr 90.000 Menschen leben hier, wovon über 80% Muslime sind, ein

Restaurant mit einer „Schweinshaxn“ auf der Speisekarte ist daher kaum auffindbar.

Wer vermisst es, denn frischer Fisch und super Meeresfrüchte schmecken

sowieso viel besser.

Pemba Whale Watching Mozambique

Gemütlich dümpelt der Wal durch den Quirimbas-Archipel

Das eigentliche Pemba besteht überwiegend aus sehr traditionellen Holzhütten und befindet sich in einem Wald von Baobab-Bäumen, wie er sonst in Afrika kaum zu finden sein dürfte.

Die Oberstadt ist teils noch kolonial, dort leider auch ziemlich zerfallen, andererseits glänzen Regierungsgebäude und Schulen sowie Denkmäler mit neuzeitlicher Präsenz und nationalem Stolz.

Fast unglaublich: Seit mehr als 800 Jahren steht diese Stadt mit den arabischen und indischen Märkten in Kontakt. Portugal war bereits ab dem

17. Jahrhundert dauerhaft präsent.

Übrigens: Pemba kann man ab Deutschland mit South African Airways und weiter mit SA-Airlink wunderbar und bequem erreichen, sogar ein

Durchchecken von Gepäck und Boarding Pass ist möglich.



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