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AFRIKA aktuell - Das Online Reisen und Tourismus Magazin für Namibia sowie Süd-Ost-Afrika
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Namibia Mietwagen Touren
Die Fahrt zum Fish River Canyon: Mit dem Mietwagen tief in den Süden ins Land der Köcherbäume
von Ludwig Schadhauser, Publisher AFRIKA aktuell
Namibia, das ist Linksverkehr. Man versucht am Anfang, mit der gewohnten rechten Hand zu schalten, und landet an seinem rechten Knie statt am Schaltknüppel. Man will blinken, und betätigt erst einmal den Scheibenwischer. Und klar, man fährt auf der falschen Seite. Aber man gewöhnt sich recht schnell um, und gerade von der Verkehrsdichte her ist man als Mitteleuropäer anderes gewohnt.
Namibia, das ist vom Strassennetz her im Prinzip eine einzige grosse, gut ausgebaute und natürlich asphaltierte Nord-Süd-Verbindung, (die B1) und zwei Ost-West-Verbindungen hin zur Küste nach Swakopmund (B2) beziehungsweise nach Lüderitz (B4 und fortgesetzt nach Osten die B3).
Und diese Strassen gehen so gut wie immer genau geradeaus. Verlässt man diese Hauptverkehrsadern und begibt sich auf Fahrbahnen mit den Buchstaben C und D, kann man davon ausgehen, auf Sand- und Schotterpisten unterwegs zu sein. Dies bedeutet reduzierte Geschwindigkeit und Risiken für Reifen, Lack und Windschutzscheiben.
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Aus Strassentyp B wird C und D, aus Asphalt wird Schotterpiste: Nach der Abzweigung bei Seeheim Richtung Fish River Canyon geht langsam voran...
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Wer viel Cs und Ds vorhat, sollte sich also gut überlegen, eventuell auf einen guten Allrad-Wagen zurückzugreifen, statt eine reine Strassenversion eines Mietwagens zu mieten.
Namibia, das sind auch relativ grosse Entfernungen, man sollte besser nur am Tag fahren und sich auch nicht zuviel zumuten, denn Namibia, das ist auch grosse Hitze. Selbst wenn man eine Klimaanlage im Auto hat, brennt einem die Sonne durchs Fenster dann doch noch auf Arme und Oberschenkel, und auf Dauer macht dies müde.
Wer von Windhoek aus einen der Car-Klassiker machen möchte, sollte also möglichst früh am Morgen starten. Die fast 600 Kilometer hinunter zum Fish River Canyon fressen im Prinzip den ganzen Tag auf. Nicht vergessen: Speed-Limit ist 120 Kilometer Maximum die Stunde, das man gerade nahe vor Ortschaften durchaus einhalten sollte, es wird regelmässig kontrolliert.
Man verlässt die Hauptstadt gen Süden und Richtung Rehoboth. Generell ist alles, was sich auf der Landkarte wie Stadt anhört und sich als Etappenziel anbietet, eher ein verschlafenes Provinz-Nest als eine touristische Offenbarung, aber man kann sicher sein, dass es dort Tankstellen und Benzin gibt.
Zunächst ist die Landschaft noch hügelig und abwechslungsreich, und man fährt durchaus einmal eine Kurve. Doch dies ändert sich bald nach Rehoboth und bis nach Marienthal hinunter dominieren die Geraden. Marienthal ist übrigens ein idealer Stop-Over (entweder für eine Brotzeit-Pause, unbedingt die leckeren Pasteten-Pies in der Bakery probieren oder als Übernachtung z.B. in der Anib Lodge).
Von Marienthal nach Keetmanshoop wird die Strasse dann qualitativ schlechter, und auch die Landschaft drum herum lässt nach. Es wird flach, karg, dürr und öde. Wer gut in der zeit liegt, kann vor dem Ort nach links abbiegen und dem Quiver Tree (Köcherbaum) Schild folgen. In gut ein bis eineinhalb Stunden hat man den grössten und tollsten Wald dieser bizarren Gewächse durchwandert und sich den benachbarten Giants Playground angesehen.
In Keetmanshoop sollte man auch nochmals das Auto volltanken, bevor man sich auf die Schotterpiste und in die Einsamkeit Richtung des zweitgrössten Canyons der Welt, des Fish River Canyon begibt. Ideales Ziel sind hier die verschiedene Unterkünfte und Kategorien der Canyon Lodge (bzw. Village oder Roadhouse).
Noch ein Tipp: Erkundigen Sie sich vor Anmietung Ihres KFZ nach der Radio-Ausstattung. Ein CD-Player und einige seiner Lieblings-CDs machen einem auf den langen Fahrten das Leben viel angenehmer, denn oftmals bekommt man nur in der näheren Umgebung von Städten einen vernünftigen Senderempfang. Der Rest ist danach Rauschen aus dem Äther...
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