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AFRIKA aktuell - Das Online Reisen und Tourismus Magazin für Namibia sowie Süd-Ost-Afrika
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Reisen in Namibia
Im kargen Damaraland zu überleben, ist selbst für Dickhäuter ein starkes Stück
Die Wüsten-Elefanten am Huab River
von Ludwig Schadhauser, Publisher AFRIKA aktuell
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Schlammduschen mögen auch Wüstenelefanten
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Mein erster Eindruck ist ein karger: Vulkangestein, Roter Basalt. Felsen, Steine, Geröll. Und hier sollen Elefanten leben? Unmöglich! Und richtig, tun sie auch nicht.
Wir fahren aus den Bergen von Damaraland hinunter ins Flusstal des Huab River. Ein Fluss? Wasser? Tiefes Wasser? Brücken? Nein, nicht in Namibia. Da unten ist Sand, da sind ein paar Gewächse, zumeist Kameldorn-Akazien, da ist ein Flussbett, das selbst jetzt in der Regenzeit nicht horizontal, sondern zunächst vertikal fliesst. Es füllt sich erst einmal von unten her.
Mein zweiter Eindruck ist ein giftiger: Es wächst ja kaum was, zwischen dem Granitgeröll. Aber was da sein Auskommen findet, ist nicht zu übersehen. Euphorbia damarana, die endemische Wolfsmilch, bis zu 3 Metern hoch. Sie erlaubt kein Wachstum in ihrem Umfeld, scheidet Biozide in den Boden ab, die alles andere pflanzliche hemmen.
Und sollte sich ein Zweibeiner an ihr vergreifen, ist es für diesen kein Vergnügen. Hautverbrennungen und bei Verzehr Koliken und Vergiftungen wären die Folge. Trotzdem, Springböcke, Oryx und sogar Spitzmaulnashörner knabbern manchmal schon und kontrolliert an den Trieben.
Mein dritter Eindruck ist ein entfernter: Da hinten sind sie! Und die werden wir niemals auf Foto-Nähe zu Gesicht beziehungsweise zur Linse bekommen. Nur ein erster Eindruck, dieser dritte. Sie kommen auf uns zu.
Ein Männchen, jung, jugendlich, pubertär, so um die 14 Jahre alt, und bereits nicht mehr herden-tauglich und ausgeschlossen kommt ganz nah auf uns zu. Er macht Morgentoilette, bewirft sich mit frischem, nassem Schlamm.
Es ist ein Vertreter von Loxodonta africana, dem Afrikanischen Elefanten, hier oben am Huab River aber eben doch in seiner wüstesten Form. Gemeint sind damit aber seine Anpassungen an das leben in der Trockenheit. Die Burschen haben grosse breite Füsse bei relativ geringer Körperhöhe, sie haben relativ wenig auf den Rippen, und eine ledrige, hitze-erprobte Haut. Und sie sind relativ klein.
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Jumbo Junior kommt trompetend auf uns zu! Jugendlicher Leichtsinn, denn Mama bleibt cool und ruft ihn bald zurück...
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Alles Anpassungen, die sie in der kargen Gegend überlebenstauglich machen. Und vor allem die alten Weibchen, die die Herden führen, haben ein Top-Gedächtnis und einen unfehlbaren Instinkt, wenn es gilt, in schlimmster Dürre noch irgendwo und irgendwie, auch durch tiefes Graben, an Wasser zu kommen.
Wasser!
Der Bach, der einmal der Huab River werden soll, fliesst hier am Oberlauf bereits. Und dies kräftig und durchaus metertief. Rosy unser guter weiblicher Guide und Fahrer, beziehungsweise die Frau, die vormals Rosy hiess und seit der Bachdurchquerung nur noch Schumacher genannt wird, fährt uns hautnah an die Wüstenelefanten heran. Sie bringt uns mitten rein in die Herde von weiblichen und juvenilen 16 Elefanten. Sie sind relaxt, sie haben jetzt genug zu fressen und zu saufen, es ist Regenzeit, und es hat geregnet.
Mein nächster Eindruck ist ein eigenartiger: Die Elefanten, die sich hierher gewagt haben, leben eigentlich auf Farmland. Sind es tausend Ziegen, sind es zweihundert Rinder, die hier leben und sich die Ressourcen mit den Elefanten teilen? Das schlimmste sind wohl die Hüte-Hunde, die sich bellend vor den Grauen Riesen aufbauen. Elefanten und Hunde, das passt nicht.
Mein letzter Eindruck ist eigentlich süss und putzig: Da kommt ein Jung-Jumbo trompetend auf uns zu, er attackiert unser Fahrzeug! Er will Mama zeigen, dass er schon ein Big Boy ist und später mal ein echter Kerl wird, sagt Guide Rosy. Und wirklich, irgendwann trompetet Mama ihn zurück und macht ihm klar, dass er nun wieder fressen soll, um irgendwann so gross und stark zu werden, wie er sich jetzt schon fühlt...
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