|
|
|
AFRIKA aktuell - Das Online Reisen und Tourismus Magazin für Namibia sowie Süd-Ost-Afrika
|
Namibia Mietwagen Touren
Etappenziel Fish River Canyon: Die Schlucht mit Tiefgang
von Ludwig Schadhauser, Publisher AFRIKA aktuell
 |
|
Meet the Infinity! Wer am Fish River Canyon steht, kann in der Erdgeschichte lesen wie in einem Buch der Unendlichkeit...
|
Wer, wie auf vielen Strassenkarten noch angegeben, seine Benzin-Hoffnungen auf dem Weg hinunter zum Fish River Canyon auf Seeheim setzt, wird tief enttäuscht werden. Seeheim hat zwar einige Kanister für die höchste Not, aber auch zum höchsten Preis.
Seeheim?
Wer noch Zeit hat, sollte mal kurz den Abstecher machen und die paar Serpentinen hinunter zur ehemaligen Bahnstation machen.
Ein Ort mit Wild West Romantik einer verlassenen Goldgräberstadt, und darin ein an einen Saloon erinnerndes Lokal (Hotel?) mit schummriger Bar.
Doch nun schnell zurück auf die Piste. Also: In Keetmanshoop voll tanken, dann links von der B4 runter und auf die Piste Richtung Fish River Canyon. Die Strasse führt in der Regel geradeaus, die Sonne brennt, die Landschaft ist zunächst einmal einigermassen monoton und knochentrocken. Warum wir das hier schreiben? Es ist alles furchtbar einschläfernd, und wenn Ihnen das am Steuer passiert..., dann, darum, eben.
Doch der weite Weg hinunter zum zweitgrössten Canyon (nach dem Grand Canyon in Colorado in den USA) der Welt lohnt sich. Nicht zu unrecht hat man hier einen Nationalpark etbaliert. Der Fluss hat sich im Laufe der Jahrmilliarden auf bis zu 550 Metern Tiefe durch die verschiedenen der Schichten der Geologie eingetieft. Wobei dies auf einer Breite von bis zu 27 Kilometern erfolgt ist...
Trotzdem, um jetzt erst einmal Missverständnisse zu vermeiden: Der Fish River ist natürlich ein Fluss, aber hier findet man keine grünen, blühenden Landschaften, keine blühenden Gärten nahe am Wasser.
Der Canyon ist knochentrocken, ist ein aufgeschlagenes Buch der Erdgeschichte, voller knochentrockener Felswände, im Nationalpark selbst mehr oder weniger überall Allrad-PKW-erfordernder Wege und wenn irgendwo an den Abhängen der Schluchten eine Aloe garipensis ihr karges Auskommen findet, so tut sie dies mit rot-braun sonnenverbrannten Blättern, auch ein direktes Indiz der Klima-Extrem-Bedingungen, die hier vorherrschen.
 |
|
Wie der Canyon wirklich entstanden ist? Es war ein ziemlich harter Kampf mit einer Mega-Cobra...
|
Trotzdem: Als Normal-Tourist steht man oben am Canyon-Rand und geniesst diesen fantastischen Ausblick in die aus menschlicher Sicht sich öffnende Unendlichkeit. Klar, wer sich für Geologie interessiert, wird hier noch mehr Faszination erleben, aber wie gesagt, auch als normaler Reisender ist man sehr beeindruckt.
Warum wir hier immer von Normal-Touristen sprechen? Es gibt die Option, dort runter zu steigen, vorbei an den Schichten aus Dolorit, Calcit und Quarzen. Es gibt die Option, den Canyon in 5 bis 6 Tagen zu durchwandern.
Mit Gesundheits-Attest, mit ausdrücklicher Genehmigung der Parkverwaltung, mit nichts als einem Rucksack, der nicht zu schwer sein darf. Schwefelquellen, wilde aggressive Bienen. Geht das Trinkwasser aus, und dies tut es bei bis zu 10 Litern täglich nach spätestens 2 Tagen, trinkt man die Brühe, dort unten.
Und dies nur im namibianischen Winter, im Sommer herrschen dort unten 56 bis 60 Grad Celsius, und wer schon einmal Fieber hatte, weiss, dass schon 39 Grad Celsius eine ziemliche Last sind, dass Eiweiss bei 42 Grad denaturiert und dass man auch im türkischen Dampfbad bei der selben Temperatur höchstens ein bis zwei Stunden glücklich ist.
Und dann noch die Gerüchte von Diamanten und den Skeletten derjeniger, die dort unten auf der Suche geblieben sind.
Unser Tipp: Lassen Sie es. Die Aussicht von oben ist sowieso viel schöner und ein gutes eiskaltes Windhoek Lager lässt genug Spielraum für Abenteuer...
|
|
|
|