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AFRIKA aktuell - Das Online Reisen und Tourismus Magazin für Namibia sowie Süd-Ost-Afrika
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Reisen in Namibia Der Sesriem Canyon, Sossusvlei und Deadvlei und die Namib Wüste
Keine Ewigkeit im Roten Meer der Dünen
besucht von Autor und Fotograf Alex Deinlein und von Ludwig Schadhauser, Publisher AFRIKA aktuell
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Halbzeit auf der 45: Man kommt unten vom kleinen Parkplatz und folgt dem fussgemachten Reissverschluss bis auf insegsamt 90 Meter Höhe. Die Spuren verwehen übrigens sehr bald wieder...
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Waiting for the Sun. Man wartet auf den Sonnenaufgang. Bestimmt auch ein bisschen, weil er hier besonders beeindruckend ist, und bereits die ersten Lichtstrahlen mit den zur grossen roten Wand aufgetürmten Sandkörnern ihr Farbenspiel eröffnen.
Aber man wartet vor allem darauf, weil der Namib Naukluft Nationalpark genau dann seine Pforten öffnet, und diese wiederum bis Sonnenuntergang dann auch für seine Besucher geöffnet hält.
Dies wechselt übrigens mit der jeweiligen Jahreszeit. In etwa 50.000 Quadratkilometer umfasst der Nationalpark, 34.000 Quadratkilometer davon sind Sand! Und nur ein kleines, ungefähr 60 Kilometer langes sich trichterförmig verengendes Stück kann man nutzen, um auf einigermassen festem Untergrund ins Meer aus Sand hinein zu gelangen.
Die Sonne steigt im Osten über die Naukluft Berge, und nun beginnt das grosse Rennen durch den Sesriem Canyon, und es lassen sich bald zwei grundsätzliche Taktiken erkennen. Die einen haben es eilig und fahren, die etwas löchrige Teerstrasse (man kommt auch mit dem normalen PKW bis in die unmittelbare Nähe der Dünen) und die erlaubten 60 Kmh nutzend, zielstrebig in Richtung des Sossusvlei. Von hier aus, und daher das Tempo, möchte diese Fraktion auf den Big Daddy, die mit um die 410 Metern Höhe grösste Düne klettern. Der Marsch auf den Big Daddy, the Crazy Dune, dauert je nach Fitness in etwa 90 Minuten. Logisch: Wer früh morgens aufsteigt, schwitzt viel weniger.
Ausserdem: Wer als einer der ersten ganz hinten ankommt, hat gute Chancen, aus einiger Nähe die Oryx-Antilopen über die roten Dünen ziehen zu sehen. Ein Motiv, bekannt von vielen tollen Wildlife-Fotos. Später am Tag überlassen die Oryx dann das Feld den Touristen, und ausserdem ziehen sie sich beständig in den Schatten zurück.
Die zweite Fraktion der Sossusvlei-Touristen begnügt sich mit dem Aufstieg auf beispielsweise die um die 90 Meter hohe Düne namens Nummer 45, im übrigen auch bereits ein schweisstreibendes Gerutsche, denn bei jedem Schritt nach oben gleitet man 40 bis 50% wieder zurück. Unten gibt es einen kleinen Parkplatz, und von unten aus denkt man eben, man wäre gleich oben. Doch was man aus der Froschperspektive für den Gipfel gehalten hat, ist eigentlich nur die Halbzeit, danach schwingt sich die rostrote Düne noch einmal so hoch und kontrastreich gen azurblauen Himmel.
Um so mehr Spass ist dann der Abstieg, hier surft man und gleitet kraftsparend nach unten. Zwischendrin, gemeint ist die langsame Anfahrt zum Sossusvlei, beschäftigt man sich viel mit der Ökologie und Geologie, die sich reichlich und einzigartig findet.
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Das Deadvlei liegt zu Fusse der mit 410 Meter Höhe höchsten Düne, dem Big Daddy. Es ist nur zu Fuss zu erreichen
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Sossusvlei bedeutet im übrigen soviel wie Pfanne Pfanne, zusammengebaut aus dem Damara- und dem Afrikaans-Wort dafür. Deadvlei ist eindeutiger: Keine der Kameldorn-Akazien, die hier einmal wuchsen, ist noch am Leben.
Ihr totes Holz, ihre abgestorbenen Äste formen ein bizarres Naturschauspiel, dass die Wanderung hierher auch bei Hitze lohnt.
Deadvlei heisst also Fussmarsch, ist nur auf Schusters Rappen zu erreichen, während Sossusvlei im touristischen Sinn auch Parkplatz bedeutet, von Dünen umgebener letzter Stopp, bevor es nicht mehr weitergeht. Es bedeutet aber auch Rast und Picknick, bitte KEINEN Müll zurücklassen. Und man kann davon ausgehen, an diesem Tag um die 5 Liter Flüssigkeit, idealerweise Mineralwasser, zu sich zu nehmen.
Irgendwann wird man philosophisch, wenn man irgendwo am Nachmittag im Schatten sitzt, und irgendwie ein bisschen geschafft ist, von den extremen Bedingungen hier. Man hat den Eindruck, schon ewig hier zu sein.
Doch der Wind um einen herum scheint keine Müdigkeit zu kennen. Bereits nach einer Stunde hat er Körnchen für Körnchen die Trittspuren der Dünenwanderer ausgelöscht, und er treibt seinen Sand weiter. Es sind keine hohen Hügel, die sich hier auftürmen, sondern es sind Wellenberge und Wellentäler, die ständig in Bewegung sind.
Und die ihr Tempo durchsetzen, gegen alle Lebewesen. Es gibt eben doch keine Ewigkeit im Meer der Roten Dünen...
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