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AFRIKA aktuell - Das Safari und Tourismus Magazin für Reisen zu den Nationalparks in Sambia wie Zambia und Süd-Ost-Afrika

Safaris und Walks in den Nationalparks von Zambia

Der South Luangwa Nationalpark: Vom Wind und den Büffeln

von Ludwig Schadhauser, Publisher AFRIKA aktuell

Sambesi Zambia

Pukus warten auf uns, dahinter die Büffelherde, Ziel unserer Pirsch...

Eins, zwei, drei, im Gänsemarsch, geht es den Hügel der Chichele Presidential Lodge hinunter und hinein in den Busch.

Zu Fuss, versteht sich, denn wir machen einen der Game Walks, für die der South Luangwa Nationalpark so weltbekannt ist.

Theoretisch kann man eine ganze Woche lang durch die Wildnis marschieren, und ganz rustikal in sogenannten fliegenden Camps übernachten.

Aber: Ein paar Stunden jetzt am Nachmittag müssen es heute auch tun, zumal die früh einsetzende Regenzeit jetzt schon Mitte Oktober ihre dunkel grollenden Wolken am Horizont aufbaut.

Kaum sind wir ausser Sichtweite der Lodge, löst sich die strenge Schlachtordnung auch schon auf. In Zambia wird zurecht grosser Wert auf die Sicherheit der Touristen gelegt, auch gerade bei Bush Walks sind ein Guide plus ein bewaffneter Guard vorgeschrieben. Ausserdem geht momentan noch ein Lehrling mit, ein künftiger Ranger, der sich in Ausbildung befindet.

Wir gehen als lockerer und relaxter Haufen weiter, und stehen alsbald in denselben. Ein Walk, auch dieser, beginnt zunächst einmal,... und sorry für den Kraftausdruck..., beschissen. Impalas haben, so wie es ihre Art ist, einen riesengrossen Kotplatz angelegt. Garniert mit Elefanten- und Büffeldung, umschwärmt von Fliegen.

Und doch lernt man daraus mehr, als aus jedem Buch, über die Zahl, die Grösse und den Zustand der Tiere, sowie auch wann sie hier waren.

Sobald wir uns dann der Kakumbi Dambo nähern, dieser fruchtbaren Ebenen mit ihren mannstiefen Gräben, in denen das Wasser zur Regenzeit seinen Weg zum Luangwa Fluss sucht, steigt die Konzentration. Sie ist der Brennpunkt des Wildlife. Hier kann alles, aber auch wirklich alles grasen, warten, lauern, angreifen.

Woher weht der Wind? Natürlich schlecht für uns, wir haben ihn im Rücken. Also machen wir im Schutz der Büsche und relativ lautlos einen grossen Bogen. Trotzdem hat die ca. 500 Büffel starke Herde auf den Plains bereits Witterung aufgenommen. Es ist fast unglaublich, wie die Tiere im Team agieren.

Sambesi Zambia

Im Graben arbeiten wir uns vorwärts...

Kühe und Kälber zeigen uns das Hinterteil und ziehen ins Innere, einige Bullen drehen sich in unsere Richtung und bleiben mit erhobenen Hornschädeln und flatternden Nüstern stehen. So wie wir mit Guide und Guard auf Nummer Sicher gehen, tun sie es auch.

Wir spielen Löwen, gehen in Deckung, bewegen uns im Schutz der hohen Gräben vorwärts. Wenn die Büffel uns weder sehen, auch wenn sie schlecht sehen, noch riechen, und dies tun sie sehr gut, dann haben wir eine zweite Chance, näher als 300 Meter wie bislang an sie heranzukommen.

Einige in der Gruppe hat das Jagdfieber gepackt, sie pirschen enthusiastisch vorwärts, andere lächeln und flüstern, was die da vorn wohl tun werden, wenn um die nächste Biegung des trockenen Bachlaufs herum dann wirklich ein bis drei Löwen warten würden. Tun sie aber glücklicherweise nicht.

Und nach 2,5 Stunden ist dann jeder nach seiner Facon happy und alle total durchgeschwitzt, als der Guide dann auf wundersame Weise einen Picknickplatz im Busch erreicht, der mit Snacks und eisgekühlten Getränken auf uns wartet...

Fazit:

Der South Luangwa Nationalpark ist für seine Walks berühmt. Das zambische Sicherungs-System (im Minimum 2 Begleiter, Guide und Guard) garantiert höchstmögliche Sicherheit.

Vor Reiseantritt sollte man sich fragen, wie intensiv man so einen Walk machen möchte. Ein paar Stunden am Nachmittag sind kurzweilig und informativ, mehrere Tage dann eine echte Fuss-Safari, die aber auch Vorbereitung erfordert.

Die Regenzeit ist unbedingt zu meiden, da während dieser Zeit auch zahlreiche Camps einfach geschlossen sind und nur von Anfang Mai bis Ende Oktober in Betrieb stehen. Am besten man kommt zwischen Ende Mai und Ende September.

Es kann hier sehr heiss werden, ausserdem gibt es im Busch Stellen mit Tse Tse-Fliegen (ungefährlich, aber lästig), deshalb sollte man bei Game Walks auf stabile (die Biester stechen mühelos durch Leinen-Kleidung) und lange Hosen sowie Ärmel achten (Jeans), dies schützt auch vor Dornen und Stacheln, die im Busch all gegenwärtig sind.



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