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AFRIKA aktuell - Das Online Tourismus Magazin für Süd-Ost-Afrika

SIMBABWE
Der Hwange Nationalpark - Ein Muss für alle Wildlife-Touristen!
von Ludwig Schadhauser, Publisher Afrika aktuell

Elefant'Mal sehen, ob wir pünktlich landen können!'

Mein Sitznachbar kennt sich aus..., denn von Zeit zu Zeit hat das Flughafen-Bodenpersonal am Hwange-Airport seine liebe Mühe, Elefanten von der Rollbahn zu verscheuchen.

Doch diesmal verläuft alles ruhig, und ein bisschen schade finde ich es schon, nicht irgendeinen grossen grauen Farbtupfer im beige-braun des Busches zu entdecken.

'Und hier sollen Tiere leben?' schiesst es mir durch den Kopf..., es ist Mitte Juli, es ist Südwinter und absolute Trockenzeit. Die Vegetation scheint tot, wartet dürrbraun auf die nächsten Tropfen, die aber erst im Dezember wieder vom Himmel fallen werden. Und doch, die Tage sind jetzt angenehme 20 bis 25 Grad warm, der Himmel strahlend blau, und jedes weisse Wölkchen, das ab und zu mal auftaucht, wird schon bewusst und als Abwechslung wahrgenommen.


Viel los ist nicht am Hwange-Airport, keine Hektik, keine Gedränge, und gerade deshalb ist er doch der ideale Zubringer für den Nationalpark.

Kein langes Warten aufs Gepäck, der Transfer, der schon wartet, und nach einer kurzen Fahrzeit halten wir an der Hwange Safari Lodge. Diese, natürlich reet-gedeckt und im klassischen Safari-Design. liegt sehr präsent auf einer kleinen Anhöhe am Rande zum eigentlichen Nationalpark, und von dieser Anhöhe hat man den freien Blick auf eine Wasserstelle.

Man kann sich also bequem auf Veranda oder nach eigenem Gutdünken auf dem Lodge-Gelände etablieren, sich einen Drink servieren lassen und relaxt auf die Parade der Wildtiere warten.

Die sich alle am Wasser einfinden, je nach Tagesrhythmus zu bestimmten Zeiten, ein grosser Vorteil der Trockenzeit.

Auch die Zimmer sind mit allem ausgestattet, toll gestaltet, und die erste Nacht verläuft zunächst ruhig. Irgendwann - und dies wie durch ein Megaphon verstärkt - lässt lautes Gebrüll mich 'senkrecht' im Bett stehen - 'Lions at a Kill!', Löwen, die ganz nah im Busch nahe dem Wasserloch einen Büffel erbeutet haben.

Ein Sound, den man sein Leben lang nicht mehr vergisst...

Klar, dass die restliche Nacht eher unruhig verläuft, und schon vor dem Morgengrauen erneut jäh unterbrochen wird. 'Bellende' Paviane (daher auch Hundsaffen genannt) jagen über das Dach...


NashornSo brauche ich nicht mehr extra geweckt zu werden, als mir mein Morning Coffee um sechs Uhr vor die Tür serviert wird. Eine wohlig warme Einleitung des Early Morning Game Drive, der Morgen-Safari mit dem offenen Geländewagen.

Das Wort 'offen' macht allen Insassen schon nach den ersten Metern einiges Kopfzerbrechen, besser gesagt, klamme Finger und rot-blaue Nasen.

Es ist beissend kalt im Busch, die Temperaturen sind nachts auf den Gefrierpunkt gefallen, und es ist erst 7 Uhr morgens... Warme Kleidung ist also lebenswichtig, und natürlich sind im Wagen auch warme Decken, unter denen wir uns alle erst mal bis zu den Augen verpacken.

Noch schlimmer ist es irgendwie, dass die erste halbe Stunde sich absolut nichts Sehenswertes blicken lässt...


Erst langsam tut die Sonne ihr wärmendes Werk, sendet ihre Strahlen ins hohe vergilbte Gras und zwischen die kahlen oder verdorrten Äste. Doch dann - ein Nashorn!

Ein Breitmaul-Weibchen! Nah, unerwartet und alle sind schlagartig wach und in Safari-Laune! Sie lässt sich ein bis zwei Minuten charmant die Kehrseite zeigend ablichten, und trottet davon..!
DAS Highlight des Game-Drives, und das genau zum richtigen Zeitpunkt. Wir alle danken dem Guide fürs tolle Timing, und die Stimmung an Bord ist von da an gelöst und locker.

LöweVor allem, da ab da so nach und nach auch alle anderen Wildtiere ans Licht kommen.

Elefanten, Giraffen, Antilopen, insgesamt sind 107 Säugetierarten für den Park mit seinen 14.600 Quadratkilometern bekannt, ergänzt, oder oftmals noch getoppt von den gut 400 Vogelarten, die hier leben...

Und irgendwann treffen wir dann auch die lauten Störenfriede der letzten Nacht.

Friedlich dösen die Löwen in der Sonne, erholen sich von - der auch für sie gefährlichen und anstrengenden Jagd - und machen uns klar, dass das Leben im Busch eben seine eigenen Gesetze, und damit neben der schönen auch eine sehr realistische Seite hat...



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