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SIMBABWE
Im Busch mit Steve

von Ludwig Schadhauser, Publisher Afrika aktuell

Bolnick BaobabWer auf einen "Bush- oder Game-Walk" geht, wird zunächst einmal die spektakulären Dinge im Kopf haben: Den Thrill, sich hautnah an Elefanten, Büffel oder andere grosse Wildtiere heranzupirschen. Zu Fuss durch die Dornbusch-Savanne, das bedeutet auch wirklich, dass sich hinter jedem Bauhinia- oder Mopane-Strauch, die drei bis vier Meter hoch die Sicht verdecken, auch bequem eine dicke Überraschung finden könnte...

Doch ganz so dramatisch geht es dann in der Realität dann doch nicht zu. Bei einem Spaziergang durch den Busch geht es oft ganz einfach um die simplen Dinge.

Um Ameisen, Termiten, um Vögel, Hörnchen und Schildkröten und um die vielen tollen Pflanzen, die hier wachsen. Denn die Dornbusch-Savanne, die vor allem zur besten Reisezeit, im Südwinter (der Trockenzeit) eher verdorrt und unattraktiv scheint, ist ein Lebensraum mit hohem Konkurrenzpotential.

Und hier über leben nur Gewächse, die sich zu behaupten wissen. Und so wird diese Vegetationszone, interessanterweise erst in letzter Zeit, mittlerweile systematisch auf sogenannte sekundäre Metabolite im pflanzlichen Stoffkreislauf durchforscht - Stoffe also, die uns auch als Medizin, oder Grundlage dafür dienen könnten.

Der Sausage Tree, zu deutsch etwas unschön Leberwurstbaum genannt, wobei die langen dunkelgrünen Früchte eher einer Gurke "aus Beton" ähneln.

Sausage Tree LeberwurstbaumAus diesen Baumfrüchten wird bereits eine Salbe hergestellt, die zum Beispiel für, oder gegen, allerlei Hautprobleme eingesetzt wird.

Im Busch finden sich Duftpflanzen. Ihre Düfte, die uns angenehme erscheinen, schrecken hungrige Insekten ab oder verderben diesen die Mägen.


Oder andersherum - was Buschbewohnern nicht mundet, entwickelt beim Kochen für uns ein tolles gewürzartiges Aroma...

Oder die Mulala-Palme (Hyphaena ventricosa). Sofort erkenntlich, langaufgeschossen und oft wie an einer Perlenkette gezogen, Allée-ähnlich aufgereiht.

Sie ist ein klassisches Beispiel, wie sich Pflanzen im Busch von Tieren verbreiten lassen. Sie wächst entlang von Elefantenpfaden, und die Dickhäuter lieben die Palmfrüchte.

Diese sind apfelgross, hart wie eine Kanonenkugel, und wenn sie nicht freiwillig aus der Palmwedel-Krone fallen, schütteln die Elefanten schon mal den schlanken Stamm.

Wer all diese kleinen Geheimnisse, oder zumindest einige davon, kennen lernen möchte, braucht vor allem - neben stabilen Schuhen und langen Hosen (Dornen oder Ameisen) eines, einen 1a-Guide! Nur ein gut ausgebildeter und mit enormen Wissen ausgestatteter Busch-Führer macht aus einem Walk, bei dem eben leider mal keine Elefantenherde wie auf Kommando auftaucht, zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Steve Bolnick von Baobab-Safaris ist so ein Guide. Und noch mehr. Steve ist einfach ein TYP.

Man mag ihn, oder man mag ihn nicht, und wahrscheinlich ist das auch umgekehrt so, auch wenn man es nicht merken wird...


Eines an ihm ist aber unbestritten: Er kennt den Busch, er "lebt" den Busch, und somit erlebt man den Busch, wenn man mit ihm unterwegs ist.

Neben einem Biologie-Studium, bei dem der Schwerpunkt auf Fischen lag (mit Steve kann man auch toll am Zambezi angeln..., zum Beispiel die fantastischen Tiger-Salmler, Tiger-Fish genannt), durchlief er die volle Ausbildung zum Safari-Guide.

Elefant Und die ist in Zimbabwe ein echter mehrjähriger Studiengang, mit harten Prüfungen, mit jeder Menge Theorie und noch mehr Praxis.

Praxis bedeutet auch, zum Beispiel abends ruck-zuck ein Camp aufzubauen, Feuer zu machen und für die "Clients", also die Teilnehmer an einer mehrtägigen Fuss-Safari, im Handumdrehen ein gutes Essen zu kochen, während diese ihre Fuss-Sohlen abkühlen...


Oder, eben auch mit dem Gewehr umgehen zu können und im Notfall, der trotz Einhaltung aller Regeln, die es im Busch gibt, trotzdem einmal eintreten könnte, einem unerwarteten Angriff eines grossen Wildtieres etwa - vor allem auch die "Clients" zu schützen. Klar, dass zu Beginn eines guten Walks auch erst einmal ein kleiner Lehrgang zu den Verhaltensweisen ansteht.

Eigene Laute und Geräusche vermeiden, sich immer HINTER dem Guide aufhalten, jede seiner Gesten unbedingt befolgen, also stoppen, ruhig stehen bleiben, ducken und abwarten.

Natürlich wird das Ganze auch mit ein paar Lektionen Busch-Latein gewürzt, damit die Sache nicht zu ernst und zu langweilig wird, denn Spass will man als Game-Tourist trotzdem haben.

"Warum die Gruppe nicht grösser als 5 bis 6 Teilnehmer sein sollte???"

"Weil mehr nicht auf den wenigen Bäumen Platz finden, falls ein Elefant kommt!!!"

Und klar, Steve will auch mit rauf...

Ein Walk ist spannend. Man lernt die Spuren und Fährten, auch die Kotmarken, kennen und lesen, weiss, wann sie gesetzt wurden und wie alt sie sind und hat somit Hinweise, wie hautnah man sich am Geschehen befindet. Und klar, viele der Tiere haben wir natürlich wirklich gesehen..., Perlhühner, Impalas, Chamäleons - und den Elefanten hatte sich Steve dann für den krönenden Abschluss aufbehalten! Ein perfekter Safari-Guide versteht es eben auch, seinen Walk optimal zu timen!

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