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Victoria Falls, Monde Village: Zu Besuch in einem afrikanischen Dorf
von Ludwig Schadhauser, Publisher Afrika aktuell

Victoria Falls, Monde Village
Der Mais wird täglich frisch gestossen, und das Mehl dann weiterverarbeitet

Reisen heisst, Land und Leute besser kennen zu lernen und andere Kulturen besser zu verstehen. Wer nach Victoria Falls reist, kommt aber zunächst mit ziemlicher Sicherheit hierher, um sich die weltgrössten und beeindruckenden Wasserfälle des Zambezi anzusehen.

Und wird dann im grossen Angebot der sehr gut entwickelten touristischen Infrastruktur nach Möglichkeiten suchen, sich im Umfeld der Fälle zu betätigen. Also typische Aktivitäten wie Adventure, Wassersport, Elefanten-Reiten, zum Beispiel.

Dabei gibt es nahe bei Victoria Falls auch ein sehr interessantes Alternativ-Programm, für zumindest einen halben Tag. Besuchen Sie eines der umliegenden Dörfer. Natürlich sollte man nicht einfach auf eigene Faust und auf Gut Glück losziehen und schlimmstenfalls auch noch sehr unhöflich mit der sprichwörtlichen Tür ins Haus fallen.

Oder würden Sie zum Beispiel bei sich zuhause in Deutschland jeden Japaner oder US-Touristen, der auf die Idee kommt, unangemeldet bei Ihnen zu klingeln, einlassen und herumführen?

Also: Absolut besser ist es, sich bei einem örtlichen Veranstalter ein Programm auszusuchen und dies zu buchen. Mit Guide, der selbst so einiges zu erklären weiss, und der die Leute kennt, die schon mal Touristen zu sich nach Hause lassen.

So wir ich jetzt gerade. Wir fahren zum Monde-Village, nur ein paar Auto-Minuten ausserhalb des Ortskerns von Victoria Falls und Richtung Flughafen gelegen. Und schon vor der Haustür der Familie, die wir nach kurzer Voranmeldung jetzt kennenlernen wollen, beginnt bei mir der Lernprozess.

Die kleine Strasse führt auf ein umzäuntes Terrain zu. Ausserhalb davon, und in einem Extra-Kral mit stabilen Stämmen als Umzäunung, finden sich ein knappes Dutzend Kühe. Drumherum Melonen, Mais und Hirse. Und innen drin, in der eigentlich und säuberlich gehaltenen Umzäunung stehen mehrere Hütten, sieben oder acht, auf den ersten Blick, wie es scheint.

Das also ist Monde-Village? Nein! Das ist die Familie Ngwenya, die hier wohnt. Vater, Mutter und acht Söhne. Und was bei uns in unseren Häusern oder Wohnungen die Zimmer sind, wird hier eben in Hütten aufgeteilt: Schlafzimmer, oder eben Schlafhütte, Wohnzimmer, diverse Kinderzimmer, eine Vorrats- und Speisekammer und die Küche, die allerdings hat keine Wände, so braucht man keinen Dunstabzug.

Wir werden herzlich empfangen und herumgeführt. Was denn passiert, wenn die acht Söhne heiraten und ebenfalls Kinder haben werden, will ich wissen. Dafür ist schon vorgesorgt, die Nachbargrundstücke, allesamt unbebaut, warten bereits darauf. Während das ganze Dorf im übrigen bereits 100 solcher haushalte umfasst, die eben nur relativ weitläufig auseinander liegen.

und natürlich gibt es auch zentrale und soziale Einrichtungen in dieser Gemeinschaft. Eine kleine Schule, Medizinmänner und eine kleine Krankenstation zur Basis-Versorgung, und das eine oder andere Fest, an dem auch mal Fleisch verzehrt wird.

Ansonsten besteht die Alltags-Nahrung aus meistens aus Maismehl, das frisch gestossen wird, aus Hirse, aus Bohnen und dem Öl, mit dem alles verkocht oder zu Teig verarbeitet wird. Bis auf das Öl wird das meiste in Selbstversorgung angebaut, leider, so bedauert Frau Ngwenya, leider sei dies oft auch zu Dürrezeiten gar nicht so einfach und Hilfe von verschiedener Seite dringend nötig und sehr willkommen.

Was ihr Familien-Name bedeutet, frage ich zum Schluss. Krokodil, wir sind die Krokodil-Familie, und wir würden niemals diese Tiere essen, weil dann ganz langsam alle unsere Zähne ausfallen! Schöne selbstgemachte Souvenirs und kleine Kunstgegenstände, die die Familie selber anfertigt, fallen dagegen sofort ins Auge!

Selbstverständlich nimmt man so etwas gern mit nach Haus, um sich vor allem auch an die nette Gastfreundschaft und an das Dazugelernte für sich selbst zu erinnern!



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