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AFRIKA aktuell - Das Online Tourismus Magazin für Süd-Ost-Afrika

SIMBABWE
Nyanga, Ziwa: Zeitzeugen aus Stein und Eisen

von Ludwig Schadhauser, Publisher Afrika aktuell

Ziwa Archaeological Monument Nyanga in Simbabwe
Das kleine Museum des Ziwa Archaeological Monument bei Nyanga in Simbabwe.

Wer zum Ziwa Archaeological Monument möchte, benötigt ein Auto und wohl auch einen oder mehrere ortskundige Begleiter.

Denn die Ausgrabungen und Ruinen liegen schon ein ganzes Stück ausserhalb von Nyanga.

Zunächst fährt man durch die ländliche Region, vorbei an den Dörfern der Kleinbauern und der immer wieder gleichen Frage: Wie wird die Mais-Ernte dieses Jahr?

Gibt es einerseits genug Regen, in der Regenzeit, aber andererseits wiederum nicht zuviel davon, oder gar in Form eines Zyklons, der seinerseits wieder die Felder bedroht und die Ernte zerstört.

Ein Problem, dass sich in ähnlicher Form auch der versunkenen Hochkultur gestellt haben wird, als die Ansiedlung dann in etwa im 18. Jahrhundert von seinen Bewohnern aufgegeben wurde. Man nimmt an, die Böden seien ausgelaugt, erschöpft und wohl auch erodiert gewesen. Zu wenig Ertrag, um eine so grosse Bevölkerung und auch deren Viehbestand ausreichend zu ernähren.

Die frühesten Funde und Ausgrabungen lassen bereits auf erste Spuren von Menschen 350.000 v.Chr. schliessen, es gibt uralte Felszeichnungen und Werkzeuge aus vielen Jahrtausenden.

Dann, in etwa ab 300 nach Christus siedelten hier Menschen, die echte Dörfer und kleine Städte aus Stein erbauten und den Eisenabbau und die Verarbeitung des Metalls beherrschten.

Im Museum, das zu Ziwa gehört, ist dazu ein Original-Schmelzofen aufgebaut und die dessen Funktionsweise beschrieben. Er hatte eine sehr weibliche Form, dem Unterleib einer werdenden Mutter nachempfunden, und das austretende geschmolzene Eisen war in der Mythologie der frühen Schmiede so etwas wie die Geburt neuen Lebens.

Auch sonst waren die Menschen, die hier lebten, jederzeit in der Lage ihre Umgebung entscheidend zu verändern. Die Landwirtschaft wurde grösstenteils auf extra dazu angelegten Steinterrassen betrieben.

Und die Familien, die Clans, lebten alle unter einem Dach, in einem grossen Haus. In der kreisrunden Mitte und ebenerdig wurde nachts das Vieh in Sicherheit gebracht, der extrem niedrige Eingang mit einer grossen Steinplatte verschlossen. Die Menschen wohnten und lebten um diesen inneren Kreis herum, und auf erhöhtem Niveau, also von den Tieren getrennt, wenn auch in deren unmittelbarer Nähe.

Und es gab so etwas wie ein öffentliches Telefon im Dorf: Die Stone Bell. Eine Steinplatte, massiv, und mit Resonanzkörper gelagert. Durch die damit erzeugten Signale konnte man das ganze Dorf informieren beziehungsweise wohl auch gewisse Distanzen überbrücken: Ein optimales Frühwarnsystem.



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