Südafrika
Der Tsitsikamma National Park - Eins-A-Botanik mit einem Hauch von Abenteuer
von Ludwig Schadhauser, Publisher Afrika aktuell
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Der Küstenwald hat eine einzigartige Artenfülle
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Praktisch, handlich, überschaubar - und doch einzigartig: Der Tsitsikamma National Park macht es dem Besucher einfach. Seine Lage ist mehr als praktisch: Wer die N2 fährt, kommt automatisch hier entlang.
Und wer Südafrika besucht, wird die N2 fahren, ist sie doch die welbekannte Garden Route, und Plettenberg Bay als Kult-Ort und Bade-Paradies ist nur 68 Kilometer entfernt, nach Kapstadt sind es in etwa 615 Kilometer und nach Port Elisabeth nur knapp 200, kein Wunder, denn Tsitsikamma, der 'Ort des vielen Wassers' liegt bereits in der Eastern Cape Province.
Der Tsitsikamma National Park ist, und das macht ihn so überschaubar und besucherfreundlich, im Prinzip ein Stück Küstenwald, das sich auf etwa 80 Kilometern Länge und nur 5,5 Kilometern Breite hier am Indischen Ozean entlang erstreckt.
Durch das Haupttor gelangt man somit auch nach ein paar kurven- und serpentinenreichen Kilometern hinab ins Gebiet der Flussmündung des Storms River.
Hier befindet sich auch das Besucherzentrum mit Parkplätzen, Restauration und auch Unterkünften direkt am Meer, sofern man diese rechtzeitig hat reservieren lassen. Auch Camping ist möglich. Und man kommt in Kontakt mit der herausragenden Eigenschaft von Tsitsikamma: Der Küstenwald hat eine einzigartige Vegetation, eine Artenfülle und ein Artenspektrum, das es weltweit sonst nirgends gibt.
Somit ist auch auf der Standardtour vom Besucherzentrum zum Storms River Mouth und seiner bekannten Hängebrücke bereits ein Waldlehrpfad zwischengeschaltet. Tafeln und Schilder erklären die Bäume und Gewächse, die sich hier finden.
Man sollte sich ruhig etwas mehr zeit nehmen als die in etwa 2 Stunden, die man sonst für Tsitsikamma rechnet. Wer an dieser einzigartigen Vegetationszone des Planeten Erde einfach vorbeirast, hat den tieferen Sinn des Nationalparks nicht verstanden.
Über Holzstege und -treppen geht es im Auf und Ab Richtung Flussmündung. Immer wieder lassen Lücken im Wald und seiner Kronen Ausblicke auf das wildromantische Meer zu, das sich an den Felsen der Küste bricht. Die Luft ist würzig, tiefe Atemzüge machen Spass. Plötzlich fällt das Gelände steil in eine Schlucht ab: Die Schlucht, einem kleinen Fjörd nicht unähnlich, des Storms River ist erreicht. Unten wartet bereits ein Boot auf den Besucher, insofern er die Tour so gebucht und bezahlt hat.
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Adventure: Die Hängebrücke und die Fahrt im Schlauchboot
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Die Fahrt lohnt sich auf alle Fälle, da ein kundiger Guide noch einige interessante Fakten auf Lager hat: In etwa 500 bis 400 Millionen vor unserer Zeit formte sich diese Gegend.
Der Fluss dagegen führt sogenanntes Schwarzwasser, colabraun, und durch den Waldboden und seine Mikroorganismen mit Humin- und Tanninsäuren angereichert.
Und da dieses Schwarzwasser leichter (es ist Süsswasser) und auch wärmer ist als das Seewasser, schichtet es sich hier mit einer Dicke von etwa 1 bis 2 Metern zunächst über das Meer.
Herrscht draussen im Ozean noch dazu eine kalte Tiefenströmung vor, kommen 10.000e von Fischen hierher. Und mit ihnen Fischotter und Robben, die sich an ihnen sattfressen. Ausserdem leben in den karstigen Schluchten und Spalten und Höhlen vier Arten von Fledermäusen. Darunter auch Flughunde, und somit ist der Tsitsikamma Nationalpark das südlichste Verbreitungsgebiet dieser Art weltweit.
Abenteuerlicher wird es dagegen, wenn man etwas mehr Zeit mitbringt und Lust zum Wandern hat. Man kann sich auf den Otter Trail begeben, eine 42 Kilometer lange Wanderung, die bis auf 5 Tage und 4 Nächte ausgebaut werden kann.
Ausserdem hat sich rund um den Storms River, ausserhalb des Parks, eine echte Kultur für Soft-Adventure entwickelt. Hier kommen Thrill-Seeker etwa bei einer Canyoning-Tour auf ihre Kosten.


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