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AFRIKA aktuell - Das Online Tourismus Magazin für Süd-Ost-Afrika
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Südafrika
Die Tandjiesberge Rock Paintings - Zähnchen im Rad der San-Geschichte
von Ludwig Schadhauser, Publisher Afrika aktuell
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Ihr Milchgebiss-ähnliches Aussehen gab den Tandjiesbergen ihren Namen
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Ladybrand heisst ein verträumter Ort voller pitoresker Sandsteinhäuser, viele noch aus den Gründertagen von 1867, mittlerweile natürlich liebevoll restauriert und vielerorts als Guest Houses mit allem ausgestattet, was sich ein moderner Reisender wünscht.
Und Ladybrand liegt verkehrsgünstig an modernen Touristenrouten, wie etwa der Maloti Route, die sich vom Eastern Cape heraufkommend den Free State erschliesst, oder eben auch nur 7 Kilometer von Maseru, der Hauptstadt Lesothos, entfernt.
Doch das war auch schon vor Menschengedenken so. Dinosaurier wanderten hier umher, und hinterliessen die bislang einzigen für Südafrika bekannten versteinerten Fussabdrücke.
Und auch die nomadisierenden Buschleute zogen hier regelmässig entlang und hinterliessen eine Vielzahl von stummen Zeugnissen ihrer Kultur - die Rock Art Paintings, die berühmten Felszeichnungen, die heute immer noch Rätsel aufgeben, teils aber schon Bände über die Lebensweise und Mythologie der San erzählen.
Die Tandjiesberge, zu deutsch soviel wie Zähnchenberge, da sie aus der Umgebung ragen wie kleine Milchzähne, sind eine der bestkonservierten Fundorte dafür.
Um die 530 einzelne Zeichnungen wurden hier bereits entdeckt, auch oder gerade für Südafrika eine beachtliche Anzahl. Ihr Alter wird mit 3.000 v.Chr. bis in etwa 600 v. Chr. angegeben.
Was auch bedeutet, dass hier mehrere Lagen von Zeichnungen übereinander angefertigt wurden, sich eine Evolution in der Maltechnik der San dokumentieren lässt.
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Wo heute bequem eine Touristengruppe Platz findet, spielten sich früher die Zeremonien der San ab
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Bis in etwa 1000 v.Chr. war die gängige Farbgebung der Rock Art monochrom, also nur schwarz oder ziegelrot.
Danach lernten die San auch die Technik der Farbmischung, rührten ihre Pigmente aus Holzkohle, feinzermahlenen Mineralien und Pflanzensäften, wohl auch Blut, an. Aufgetragen wurde die Mixtur mit einem frischzerkauten Ast, der ähnlich wie ein Pinsel arbeitet und sehr scharfe Konturen möglich macht. Bis zu 4 Millimeter tief konnte die Farbe in den Sandstein eindringen.
Doch wie spielte sich so eine Session der vorzeitlichen Künstler ab? Wahrscheinlich abends und nachts versammelten sich die Clans der Nomaden unter den schützenden, überhängenden Felsen. Ein Feuer wurde entfacht. Rauchspuren an den Felsdecken beweisen dies.
Und im flackernden Schein der Flammen tanzte sich die wichtigste Person im sozialen Leben der San, der Schamane, in Trance, begleitet von rhythmisch klatschenden Händen und rasselnden Geräuschen von Klappern. Eine der wichtigsten Aufgaben in der trockenen Region: Regen machen!
Dazu musste der Schamane das Rain Animal fangen, es mit seinem Lasso über den Himmel ziehen und anschliessend schlachten. Aus dem Blut und der Milch des Rain Animals wurde dann der langersehnte Regen. Oder er verwandelte sich in Trance in das wichtigste Tier der San - die Eland-Antilope.
Sie ist die grösste ihrer Verwandtschaft, sie ist scheu und schwer zu erlegen und hat dabei doch als einzige Antilopenart eine unerhört nahrhafte Fettschicht unter der Haut. Dergestalt flog dann der Schamane zu den Vorfahren und Göttern und erbat Rat. Nach der Rückkehr aus der Trance, die mit typischem Nasenbluten beginnt und in einer todesähnlichen Starre endet, malte der Wanderer zwischen den Welten dann seine Visionen sofort auf den Stein.
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Die Eland-Antilope - das heilige Tier der San
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Äusserst besonders und daher sehr aufschlussreich ist bei den Zeichnungen in den Tandjiesbergen auch noch, dass einige Motive doch Ausserordentliches zeigen: Im Free State gab es niemals Elefanten.
Und doch zeigt eine Zeichnung einen San, der vor einem der grauen Riesen flüchtet. Ein Beweis für die weiten Wanderungen. Es gibt auch Motive von Nilhechten (Mormyriden), Fischen, die in den grossen Strömen viel weiter nördlich heimisch sind.
Von einer Zeichnung wird stark vermutet, dass sie einen völlig Fremden (afrikafremden?) in Lederkleidung zeigt.
Und man findet erste Zeichnungen von Rindern, Tiere, die für die San völlig fremd waren und sie ziemlich perplex machten. Ein gezähmtes Eland? Experten datieren diese Rock Art auf in etwa 650 v.Chr. und werten sie als ersten Kontakt mit den zuwandernden Basotho, die ihrerseits bereits Landwirtschaft und Viehzucht beherrschten - und den Buschmännern ablehnend gegenüberstanden.
Denn für die San gibt es keinen Besitz und höchstwahrscheinlich machten sie sich unerlaubt an diese Varianten der Eland heran - als Viehdiebe!
Maloti Tourist Information
Jan Oberholzer
e-mail

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