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AFRIKA aktuell - Das Online Tourismus Magazin für Süd-Ost-Afrika

Südafrika, Krüger Nationalpark, Geschichten und Geschichte
Skukuza - Der Mann, der alles veränderte!

von Ludwig Schadhauser, Publisher Afrika aktuell


Schottland, Sandhurst, das ausgehende 19. Jahrhundert, ein offizieller Anlass: Die königliche Militärakademie verleiht wie jedes Jahr ihre Offizierspatente.

Mit unter den Absolventen ist ein junger Mann, der eher unauffällig, aber mit unbeirrbarem Willen seine Ausbildung mitabgeschlossen hat.

Sein Name: James Stevenson-Hamilton (rechts), geboren am 2. Oktober 1867.

Er erhält seine Ernennungsurkunde und schlägt seine soldatische Laufbahn bei den 6. Inniskilling Dragonern ein.
Bereits im Alter von acht Jahren hatte er seine Mutter verloren und war als Waise aufgewachsen, hatte gelernt, sich durchzubeißen.


Bereits 1884 hatte Paul "Ohm" Krüger (links) die triste Situation im Norden des heutigen Südafrikas erkannt. Jagen ohne Beschränkung und die von den Viehherden der Siedler miteingeschleppte Rinderpest hatten den Wildtierbestand dort fast völlig ausgerottet.

Trotzdem sollte es noch 14 Jahre dauern, bis er seine Ideen durchsetzen konnte, die ihrer Zeit weit voraus waren, denn wer dachte damals schon an Naturschutz.

Trotzdem: Am 26. März 1898 war es soweit - das flächenmäßig noch kleine Sabie Game Reserve wurde proklamiert und schuf die Basis für den späteren Krüger Nationalpark.

Die Familie Krüger stammte ursprünglich aus Brandenburg. 1713 entschloß sich Jacob Krüger, nach Südafrika auszuwandern.
Sohn Paul wurde im Jahr 1825 in 4. Generation am Kap geboren.


Doch Paul Krügers (Krüger siehe Bild rechts) Vision scheint sich nicht realisieren zu lassen.

Zwei Ranger, die ab 1898 nacheinander versuchen, die Idee durchzusetzen, scheitern. Sie scheitern an den Interessen von Farmern und Jägern, die die Region weiterhin als Speisekammer betrachten und an Bergbaugesellschaften, die hier nach ersten erfolgreichen Funden reichhaltige Vorkommen von Bodenschätzen vermuten.

Erst 1902 entschließt man sich, die Angelegenheit mit militärischer Präzision anzugehen. Man stellt einen Major für den Dienst am Game Reserve frei.

Zunächst für zwei Jahre soll sich dieser, zur Not auch mit Gewalt, dem Schutz der fast gänzlich ausgelöschten Wildtierbestände widmen.

Es ist James Stevenson-Hamilton. Und er ist der richtige Mann zur richtigen Zeit.
Mit der für ihn typischen Zähigkeit geht er an die Aufgabe heran, obwohl er keinerlei Vorkenntnisse hat, und auch sein Aufgabengebiet mehr Grauzonen als klar definierte Aufgaben aufweist.

Doch er verwandelt den Beinahe-Fehlstart des für die damalige Zeit einzigartigen und ehrgeizigen Schutzprojektes durch seinen unermüdlichen und jahrelangen persönlichen Einsatz in einen Erfolg, obwohl das Game Reserve in den folgenden 20 Jahren mehrmals kurz vor dem Aus steht.


Denn erst 1924 gelingt Skukuza, wie man Major Stevenson-Hamilton mittlerweile überall nennt, der endgültige Durchbruch.

Skukuza, "der Mann, der alles ändert", erhält einen mächtigen Verbündeten: Pieter Gert Wessel Grobler (links) wird in diesem Jahr zum Minister of Land ernannt.

Er erhebt das Sabie Game Reserve am 31.5.1926 offiziell in den Status des Krüger Nationalparkes! James Stevenson-Hamilton hat es geschafft.

Ab jetzt kann er seine Ziele und Aufbauarbeit in aller Ruhe weiterverfolgen, bis er sich exakt zum Datum seines 80.Geburtstages auf seine im Park gelegene kleine Farm zurückzieht und dort noch für weitere zehn Jahre seinen wohlverdienten Ruhestand genießt.

Er stirbt am 10. Dezember 1957. Auf seinen eigenen Wunsch hin verteilt man seine Asche am Shirimantanga-Berg in alle Himmelsrichtungen

Ab 1927 begann dann der erste echte Tourismus im Krüger Nationalpark - auch schon, wie heute gang und gebe, mit dem Automobil!

In diesem Jahr, also 1927, waren es übrigens nur vier Wagen, die anreisten...


Auch wenn eigentlich die Anreise das Abenteuer war, genoß man doch die Infrastruktur der Camps, die parallel dazu entstanden.

Das zentrale und heute größte Camp im Park trägt dann auch zurecht einen großen Name - Skukuza!




Auf Messers Schneide - ein Ranger im Kampf mit einem Löwenrudel!

Harry Wolhuter lebte vom 14. Februar 1877 bis zum 30. Januar 1964 und wurde somit 87 Jahre alt. Aber beinahe hätte es für ihn nur für 26 davon gereicht...

Es war spät geworden, an diesem Augustabend anno 1903. Harry Wolhuter war, wie damals üblich, auf seinem Pferd und in Begleitung dreier Kollegen und ihrer Hunde im Park unterwegs.

Es war klar, daß sie es nicht mehr bis zum Camp schaffen würden und so machte man sich Gedanken, wo man die Nacht verbringen sollte, denn die Dämmerung hatte bereits eingesetzt.

Plötzlich tauchte, wie aus dem Nichts, oder besser, aus einer perfekten Deckung, ein Löwen-Rudel auf, darunter auch zwei große Männchen.

Das eine stürzte sich auf Wolhuters Pferd, das andere packte den Ranger an der rechten Schulter und schleifte ihn sofort davon.

Für einen Moment hatte sich Wolhuter schon aufgegeben. Seine rechte Schulter schmerzte, sein rechter Arm schien wie gelähmt. Doch plötzlich sah er seine Chance.

Mit dem linken Arm schaffte er es, sein Messer an der rechten Hüfte zu ziehen und auf den Löwen einzustechen.

Er konnte ihn durch Stiche in Kehle ins Herz töten und sich, trotz Verletzung, auf einen Baum retten.

Bald darauf eilten ihm seine Kollegen, die ihn in der Dunkelheit zunächst nur schwer finden konnten, zur endgültigen Rettung zu Hilfe.


Das Fell des getöteten Löwen, inklusive der Einstiche, kann man im Museum des Camps in Skukuza selbst anschauen, genau wie all die anderen nostalgischen Fotos, die hier auf dieser Seite zu finden sind!


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