|
|
AFRIKA aktuell - Das Online Tourismus Magazin für Süd-Ost-Afrika
|
Südafrika
Kapstadt und das Western Cape sind ein Tauchparadies für alle begeisterten, fortgeschrittenen Taucher, die nicht nur Wracks und Riffe, sondern auch Tiere sehen wollen, die anderen Tauchern nur im Fernsehen begegnen...:
Zu Besuch beim Weissen Hai!
von Rainer Schimpf, Expert Tours
Die verschiedenen Tauchtouren im Atlantik, etwa bei Hout Bay und False Bay werden unter der Supervision und der Mithilfe eines PADI 5* Centers durchgeführt. Mark, der Besitzer, arbeitet schon lange mit uns zusammen. Ich selbst bin ebenfalls Tauchguide und Reisebegleiter auf dem Boot, einem Schlauchboot, das bis zu 10 Taucher mit Ausrüstung geräumig zu den Tauchgebieten bringt.
Alle Tauchgebiete liegen im unmittelbaren Umfeld von Kapstadt und sind in 20 Min. bis max. 1h Fahrzeit mit dem Boot zu erreichen. Schon alleine die Lage unseres Guesthouses am Fuße des Lionshead, ein Berg inmitten Kapstadts, ist einmalig. Einen schönen Blick auf das Table Bay, in unmittelbarer Nähe zur Waterfront, und nahe genug, um abends am Strand vor Sea View und Clifton spazieren zu gehen. Frühstück und Übernachtung im Doppelzimmer sind in der 14 tägigen Reise inklusive. Ebenso alle Transfers, Sicherungsscheine und natürlich das komplette Tauchprogramm (mit eigener Ausrüstung)! Wie schon erwähnt, ist das Tauchen um Kapstadt geplant, ein Aspekt der Reise führt uns jedoch nach Gans Bay bzw. Mossel Bay: das Käfigtauchen mit dem Weissen Hai!
Denn das "Käfigtauchen" ist natürlich das Zugpferd für alle Teilnehmer. Wir sind eine Gruppe von 7 Teilnehmern, max. 8 Teilnehmer wären möglich, einige in unserer Gruppe kommen als "Beobachter", also Whalwatcher, mit auf Tour, denn von August bis Dezember gibt es viele Wale zu entdecken und zu fotografieren!
|
|
|
Das "Esszimmer" des Weissen Hais. In den Buchten vor Südafrikas Küsten tummeln sich Robben. Kommen sie satt und allein vom offenen Meer zurück, warten die Haie auf sie!
|
Am Anfang unserer Tour fahren wir, und das ist je Gruppe unterschiedlich, gleich am ersten Tag nach Gans Bay, um "White Sharks" zu beobachten und alle, die wollen, dürfen auch Käfigtauchen!
Wir fahren früh morgens raus, an Dyer Island vorbei, auf der eine Unmenge von Seelöwen leben, bis in die Bucht am Sandstrand vor Pearly Beach. Nun werfen die Helfer Köder aus und legen eine "Duftspur", die in kurzer Zeit Haie anlockt. Wir warten, in der Ferne sehen wir Fontänen der Wale, es sind vermutlich Glattwale, die wir später noch näher zu sehen bekommen werden.
Nach ca. 1h ist plötzlich die erste dreieckige Flosse im ruhigen Wasser auszumachen. Der erste Weisse Hai! Alle auf dem Boot sind gespannt und jeder erwartet den "König der Meere" mit Respekt und gemischten Gefühlen. Ist er wirklich eine Bestie, wie in so vielen Filmen beschrieben - oder ist er ganz anders?
Vorsichtig umkreist der Hai den Köder, es ist nicht blinde Freßgier, die ihn dazu veranlassen würde, wild in den Köder zu beißen, nein, der Hai umkreist den Köder lange bevor er schließlich das erste mal zuschnappt! Nun machen sich die Taucher fertig, um in den Käfig zu gleiten und Fotos zu schießen.
Der Hai "arbeitet" gut und bleibt lange am Käfig; alle 20 Minuten wechseln wir 4 Taucher uns ab und so kommt jeder auf seine Kosten, den Weissen Hai zu sehen.
Es sind immer maximal 2 Personen im Käfig. Aber auch vom Boot hat man einen beeindruckenden Blick auf den Weissen Hai. Plötzlich verschwindet der ca. 4 m lange Hai. Was ist los? Doch dann ist allen klar, was los ist - ein noch größerer Weisser Hai, mit mehr als 5 Metern Länge, taucht auf und macht sich seinerseits über den Köder her!
|
|
|
Angelockt durch einen Köder, taucht der Weisse Hai auf! Er wirkt absolut majestätisch, keinesfalls blutrünstig oder primitiv...
|
Lange erzählen wir noch von unseren Eindrücken auf der Fahrt zurück ins Guesthouse. Jeder von uns ist begeistert und alle sind gespannt, was die nächsten Tage noch so alles bringen.
Falls das Wetter das Tauchen nicht zuläßt, ist bestens vorgesorgt und Fahrten nach Stellenbosch ins südafrikanische Weinland und ans Kap der Guten Hoffnung organisiert.
Neben verschiedenen Weinsorten, die hier angebaut werden und die wir kosten können, ist es eine landschaftlich sehr ansprechende Gegend. Stellenbosch ist mit die älteste Stadt in Südafrika (um ca. 1600 gegründet) und von seiner Aufmachung eher mit England oder Holland zu vergleichen.
Die Fahrt ans Kap führt um die gesamte Kaphalbinsel herum und ist ein Muß für jeden Kapstadt Besucher, auch Simonstown, mit seiner Pinguinkolonie gehört zur Fahrt. Hier ist es möglich, dicht an die Pinguine heranzugehen oder sogar mit Ihnen zu schwimmen und zu schnorcheln, eine tolle Gelegenheit einmalige Bilder zu schießen.
Die Tauchgebiete sind jedoch wohlüberlegt auf beiden Seiten der Halbinsel vorgesehen, so ist ist hier die Möglichkeit gegeben, dem Wetter auszuweichen - falls nötig. Hout Bay und False Bay sind unseren primären Tauchgebiete.
Die Wracks von Smitswinkel sind unser erster Tauchgang. Hier wurden in den 70er Jahren 5 Schiffe versenkt, um ein natürliches Riff zu bilden. Militärschiffe und zivile Frachter liegen dicht beieinander in ca. 35-40 m Tiefe. Der Tauchgang ist phantastisch. Neben unzähligen Fischen und Pflanzen, sehen wir hin und wieder auch einen Seelöwen vorbei huschen. Das alles in klarem Wasser und mit den Wracks als Krönung des Tauchgangs.
Als die Gruppe wieder auftaucht, sind in unmittelbarer nähe Glattwale, sie kommen Nahe ans Boot und sprühen Fontänen in die Luft. Jetzt kommen die Tiere aus der Antarktis zum Gebären und oder zum Paaren. Überall sind sie in der Zeit zwischen August und Dezember anzutreffen, und da die Tiere hier in SA. geschützt sind, sind sie nicht sonderlich scheu. Am Abend geht die Gruppe in unterschiedliche Restaurants. Es gibt eine große Auswahl und für jeden Geschmack und Geldbeutel Variationsmöglichkeiten. Durchschnittlich kommt man aber mit einem üppigen und wohlschmeckenden Abendessen inkl. Getränken mit 15 DM aus. An Aktivitäten bietet Kapstadt alles, was eine Metropole bieten kann: Kinos, Bars, Restaurants, Theater etc. Da unser Guesthouse relativ zentral liegt, ist auch der abendliche Transport kein Thema.
Die Astor, ein weiterer Wracktauchgang, ist der Einstieg am frühen Morgen, der 360 Tonnen Fischkutter aus Stahl wurde 1997 versenkt, ist vollkommen erhalten und in max. 30 Meter Tiefe gut zugänglich.
Nach einer kurzen Oberflächenpause fährt das Boot mit uns zum Vulcan Rock, vorbei an einer Seelöwenkolonie. Vulcan Rock ist ein Riff, das von 5 m auf 40 m abfällt und neben klarem Wasser, Kelbwälder, Pinguine und Seelöwen auch Fische und hin und wieder auch Weisse Haie zu bieten hat. Kelbwälder sind in dem relativ kaltem Wasser von durchschnittlich 12 Grad Celsius häufig anzutreffen.
Wir tauchen daher in Trockentauchanzügen oder in mindestens 7 mm Semidrysuites. Bei Coral Gardens vor Sandy Cove sehen wir viele Nacktschnecken und hier entdecken wir auch eine Gruppe von Sandtigerhaien, die zwischen Felsen und Steilwänden driften und auf Beute warten.
Diese Sandtigerhaie sind nicht angriffslustig und es ist möglich, gefahrlos recht dicht heran zu tauchen und Fotos zu schießen.
Zusätzliches Glück haben wir, als wir beim Auftauchen auf einen Mondfisch stoßen, der an der Oberfläche "schwebt". Lange läßt er es zu, daß wir neben ihm her tauchen, bevor er sich entschließt zu verschwinden. Die Farbenvielfalt und die Unmenge an Fischen, die wir auf allen Tauchgängen zu sehen bekommen und die Tatsache, daß wir auch unvorhergesehene Tiere beim Tauchen antreffen, bringt die Stimmung in der Gruppe auf Höchstform.
Unsere Tour hält, was sie verspricht: als dann am vorletzten Tag - während unseres Tauchganges bei der Maori - eine Schule von ca. 100 Delfinen vorbeizieht, ist jeder überzeugt, ein einmaliges Taucherlebnis mitgemacht zu haben. Es wird schwierig sein, ein ebenso vielfältiges und attraktives Tauchgebiet anderswo zu finden, wie es hier in Südafrika zur Verfügung steht!


|
|
|
|
|