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Jürgen Sorges ist Freier Journalist und lebt in Berlin.
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AFRIKA aktuell - Das Online Tourismus Magazin für Süd-Ost-Afrika

Tansania
Der Tarangire National Park und der Lake Manyara

von Jürgen Sorges


4 Uhr morgens, zwei Stunden vor Sonnenaufgang: Deutlich hörbar knickt und knackt etwas vor meinem Zelt am Rande des Suala Camp: Ein Büffel? Gar ein Löwe, allenfalls noch durch Insektennetz und Zeltplane von mir getrennt? Eine Art inneres biologisches Warnsignal hat mich aus dem Tiefschlaf gerissen: Ungewohnte Geräusche, die nicht in den Rahmen der alltäglichen Erfahrungen aus Europa passen, dennoch aber da sind - und rigoros vom Unterbewußtsein registriert werden.

»Dead as a Dodo«, toter als tot, bin ich vor einigen Stunden ins Bett gefallen. Gerade erst hatten wir in der abendlichen Runde des Messezeltes mit Murray Combes (27) und Julian Camm (26) über jene Camp-Manager irgendwo in Botswana oder Zambia gefeixt, die, um ihren Gästen einen womöglich spannenderen Aufenthalt zu gestalten, nächtens künstliche Löwenspuren rund um die Zelte legen lassen, um den Abenteuerwert des Aufenthaltes zu erhöhen. Aber dieses Knacken jenseits des Zeltreißverschlusses ist authentisch! Soll ich zur Bobby-Pfeife greifen, die dank der Fürsorge des Tour-Operators A & K wie selbstverständlich neben mir auf dem Nachttisch liegt: Vorsichtige Mahnung wie Versicherung zugleich.

Zwar bin ich hier, am Rande der Sangaiwe und Kitibong Hills, nicht am Londoner Piccadilly Circus, wo die Autorität eines gestrengen Polizistenblicks ganze Verkehrsströme zum Erliegen bringen kann. Aber auch hier bewachen mindestens drei erfahrene Camp-Bedienstete meinen Schlaf. Kein Grund also zur Panik: Die klassischen Army-Zelte, für deren Ausstattung der Touroperator Abercrombie and Kent, kurz »A & K«, berühmt ist, gelten hier, in freier Natur, als sicherstes Refugium überhaupt. Ich schlafe wieder ein.


Tansania SafariWahrscheinlich muß man erst einmal ganz in Tansania ankommen, um eine solch ungewohnte Situation richtig ausleben zu können. Der direkte Wechsel von der Meru Lodge in den Außenbezirken von Arusha, jener Kleinstadt im Schatten des Kilimandscharo, die als Hauptstartpunkt nahezu aller Safaris in den Norden und Westen des Landes fungiert, war womöglich zu rasch gewählt.


Dann folgte die erste, ausgiebige Ganztagestour durch den riesigen Tarangire Nationalpark, die ihre Spuren hinterlassen hat. Und auch heute zügig ab: Schon früh sind wir vom Camp aus aufgebrochen, um den Naturreichtum dieses ehemaligen Jagdgebietes, das 1970 zum Nationalpark umgewandelt wurde, zu entdecken. Anders als die Tsetse verseuchten Nationalparks Südtansanias, die vom eintönigen »Miombo«, englisch knapp »Woodlands«, deutsch korrekt wie behäbig »mittelfeinfiederlaubigen Gehölzfluren« beherrscht werden, regiert hier, entlang dem Tarangire-Fluß die Floravielfalt: Schirmakazien, Wüstendatteln, Kandelaberbäume, Tamarinden und Sycomoren, ab und an ein Baobab (Affenbrotbaum) säumen die vulkanisch rotgefärbte, typisch afrikanische Piste.

Wie die nach freier Orientierung fliegenden Flugzeugpiloten entdecken wir die ersten Tiere anhand eines imaginären Uhrenziffernblattes. Da, auf zwei Uhr: Warzenschweine! Direkt vor uns, zwölf Uhr, die ersten Elefanten. Dann: »10 Uhr! Geier! Über Leberwurstbaum!« Wir müssen lachen als das erste dieser 10 Meter hohen Sausage trees, Kigalia africana, auftaucht. Leberwurstbäume! Eine Reminiszenz an die kurze, aber prägende Phase deutscher Kolonialherrschaft vor einem Jahrhundert? Nur ein Kalauer, der wurstigen Früchte wegen, deren Kerne die Maasai zu schwachalkoholischem Honigbier verarbeiten sollen?

Elefanten Tarangire TansaniaWir waren oberhalb des Tarangire River, der Lebensader in dieser ariden Zone, um die sich in der Trockenzeit ein Großteil jener »35 metrischen Tonnen pro km² Biomasse« an Großsäugetieren versammelt, die das im Messezelt ausliegende Infoheft versprochen hat. Kein Kunststück: Tarangire ist ein klassischer Elefantenpark. Mindestens 900 Dickhäuter leben hier ständig, manchmal steigt die Zahl auf 3000. Herden von bis zu 400 Tieren sind keine Seltenheit, so daß sich Tarangire durchaus dieser biologischen Säugetiermasse rühmen kann.

Wir passieren Poachers Baobab Hide, ein Hinweis auf Wilderer, die immer mal wieder, vor allem entlang der Außenzonen des Nationalparks aufflammt. Schließlich, am Rande der Larmakau- und Nguselororobi-Sümpfe im Süden des Parks, ein Rascheln im Niedergestrüpp: Wieder kein Löwe! Dafür taucht jemand von den Big five auf, der weitaus seltener zu sehen ist: ein Leopard! Er mustert uns, setzt sich mit eleganten, raschen Sprüngen geräuschlos ab. »Leider ist es immer wieder so, daß vor allem unsere Gäste männlichen Gäste aussteigen und sich den Tieren nähern wollen.

Der Reiz ist groß, die Gefahr aber größer.!« Brian, unser Guide und Fahrer, meint es ernst. Schließlich ist so ein S.O.S. in der Staubsavanne, gar ein Mayday im insellosen Akazienmeer, nicht immer spaßig. Beeindruckt beenden wir die improvisierte Pinkelpause und beschließen, uns zukünftig an seine Anweisung zu halten.


»Wahrscheinlich war es ein Elefant,« meint Julian am nächsten Nachmittag auf dem Weg zum Lake Manyara, als wir über das zurückliegende, nächtliche Schlüsselerlebnis reden. Und ich realisiere entgeistert, daß es wohl doch kein dressierter »A & K«-Löwe war, der da herumspektakelt hat. Hoch über dem See genehmigen wir uns einen Cocktail in der Manyara-Lodge, um dann durch die von agrarischem Reichtum zeugenden Getreidefelder von Mto wa Mbu zu fahren.

Dieser neue Schmelztiegel der über 120 verschiedenen Völker Tansanias ist eine, auch touristisch erfahrbare Erfolgsstory für sich: Vor 50 Jahren noch wüst, haben Bewässerungssysteme das Land fruchtbar, die Ebene zum Markt der Völker gemacht.



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Gerd Oelschlaegel, Safari-Reisebuero Berlin Tansania

Gerd Oelschlaegel vom Safari-Reisebuero Berlin hat als Reiseveranstalter mit die höchste Kompetenz für Tanzania und baut auf langjährige eigene Reise-Erfahrung sowie perfekte Planung vor Ort. Afrika aktuell stellt Ihnen hier diesen Spezial-Reise-Veranstalter vor...



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