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Jürgen Sorges ist Freier Journalist und lebt in Berlin.
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AFRIKA aktuell - Das Online Tourismus Magazin für Süd-Ost-Afrika
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Tansania
Die Wiege der Menschheit? Die Olduvai-Schlucht und das Oludvai-Museum
von Jürgen Sorges
Wir fahren weiter, zu der nach einer Schilfrohrart, aus der die Maasai Seile flechten, benannten Olduvai-Schlucht, eine der Wiegen der Menschheit. Hier, in dem Teil des durch tektonische Plattenverschiebung entstandenen Grabensystems, in der 50 km langen Schlucht, lassen sich die geologischen Stufenzonen der letzten zwei Millionen Jahre oberirdisch leicht ablesen: anhand schwarzer Lava (2 Mill. Jahre alt), vulkanischer Asche (1,5 Mill. Jahre), Erzablagerungen (1 Mill.- Jahre), roten Blöcken (500000 Jahre und dem Plateau, auf dem wir sitzen (100000 Jahre alt).
Erst hat hier ein Prof. Kattwinkel aus deutschen Landen Schmetterlinge gejagt, gepiekt und eingetütet, ehe auf seinen Spuren Richard und Mary D. Leakey ihren Weltruhm begründeten: Australopithecus afarensis, Australopithecus robustus, Australopithecus boisei, Homo habilis, homo erectus, Homo sapiens: 100 km² umfaßt heute die abgeschirmte archäologische Zone, die nur mit Guides betreten werden darf.
Ein kleines, in den letzten fünf Jahren erheblich ausgebautes Museum präsentiert Funde von Olduvai und aus der Serengeti, jener »Unendlichen Weite«, der die Maasai den Namen gaben. Darunter befindet sich auch ein Gipsabdruck, jene Weltsensation, die Paul Abell erstmals 1978 entdeckte: Im Grabungsgebiet G des Laetoli-Gebietes entdeckte er erstmals 3,6 Millionen Jahre alte menschliche Fußspuren, dazwischen Spuren dreizehiger Hipparions, jener nur ein Meter großen Urpferde und ihrer 60 cm großen Fohlen, die damals auch durch die Serengeti trabten. Längst sind die Laetoli-Spuren aus Konservierungsgründen wieder zugeschüttet, so daß die Gipsversion einen besonderen Wert besitzt. Insgesamt wurden bisher 9000 Tierspuren von Antilopen, Elen und anderen entdeckt, dazu unzählige Knochenfunde.
Auch prähistorische Menschenzähne, für die wohl demnächst eine neue Museumsabteilung angebaut werden muß: Denn kein Geringerer als Peter Ungar von der University of Arkansas in Fayettville/USA hat kürzlich nachgewiesen, daß schon an einem 1,8 Mill. Jahre alten Backenzahn aus Olduvai erste Spuren menschlicher Mundhygiene nachweisbar sind: Kerben am Schmelz legen nahe, daß unser aller Altvorderer hier mittels eines Zahnstochers seine Zähne reinigte, mithin eine Million 799 500 Jahre vor der Erfindung der Zahnbürste (in China!) einen hübschen Putzzwang entwickelte.
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